Hundevermehrung?

Südlohn "Guten Tag. Haben Sie einen Hund?" Südlohner und Oedinger sollten sich in diesen Tagen nicht wundern über diese Begrüßung an der Haustür - die Frage wird "von Amts wegen" gestellt.

Zwei Außendienstmitarbeiter eines Aachener Kommunaldienstleisters sind noch bis etwa Mitte November "in Sachen Hundezählung" im Gemeindegebiet unterwegs. Auftraggeber ist die Gemeindeverwaltung: Die hatte vom Rat die Anregung erhalten, im Jahr sechs nach der Einführung der Hundesteuer einmal überprüfen zu lassen, ob wohl alle Herrchen und Frauchen ihre treuen Vierbeiner auch ordnungsgemäß angemeldet haben.

Klingeln und fragen

So wird nun also auf Geheiß der Kommunalpolitiker möglichst jeder Vierbeiner der Gemeinde erfasst. Die Außendienstmitarbeiter - sie haben eine von der Gemeinde ausgestellte Legitimation dabei - dürfen allerdings nicht mehr als klingeln und nachfragen. "Wir gehen davon aus, dass die Leute ordnungsgemäß ihre Angaben machen", zeigt sich Birgit Küpers von der Finanzabteilung der Gemeindeverwaltung zuversichtlich in Bezug auf die Resonanz der Hundehalter. Wenn nicht angemeldete Hunde festgestellt werden, müsse mit einer rückwirkenden Steuerfestsetzung gerechnet werden. Dass von dem Verhängen des angedrohten Bußgelds bis zu 1000 Euro gegen uneinsichtige Hundehalter Gebrauch gemacht werden müsse, davon geht sie nicht aus.

Erste Reaktionen hat es schon nach der ersten Meldung über die anstehende Hundezählung in der Münsterland Zeitung gegeben: Dirk Windbrake vom gemeindlichen Steueramt hat schon "mehr als ein Dutzend" neue Hunde willkommen heißen dürfen - und somit hat sich die Zahl der gemeldeten Hunde auf knapp 820 erhöht.

Sachkunde nachweisen

Bei der Anmeldung der vierbeinigen Begleiter geht es allerdings nicht nur um die Hundesteuer: Auch das Ordnungsamt muss - so sieht es die Landesgesetzgebung vor - beteiligt werden, wenn denn die Hunde eine Widerristhöhe von 40 Zentimetern oder aber das Gewicht von 40 Kilogramm überschreiten. In einem solchen Fall muss beim Ordnungsamt der Versicherungsschutz für "Sam", "Ben" und Co nachgewiesen werden, ebenso sind große Hunde "chipflichtig" und die Halter angehalten, einen Sachkundenachweis zu erbringen.

Mit "riesigen Mehreinnahmen" nach der Hundezählung rechne man im Rathaus nicht, stellt Birgit Küpers fest. Aber die Ausgaben, die das Rathaus für die Hundezählung habe, würden auf jeden Fall wieder "reinkommen." Schließlich gehe es bei der Erhebung von Steuern auch darum, dass alle gleich behandelt werden. ewa