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KAB appelliert: Sonntag nicht einkaufen gehen

Südlohn Die meisten Läden in Oeding bleiben Heiligabend geschlossen. Die KAB ruft dazu auf, alle Einkäufe am Samstag zu tätigen. Rewe-Mitarbeiter sehen das anders.

KAB appelliert: Sonntag nicht einkaufen gehen

„Wir kaufen nicht an Heiligabend ein. Wir sind bei unseren Familien“, sagen (v. l.) Werner Schleif, Erika Matschke und Johannes Ostendorf von der KAB in Oeding. Sie Schließen sich einer Aktion der katholischen Arbeitnehmerbewegung Münster an.

Stille Nacht, Heilige Nacht – für die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Einzelhandels ist der Heiligabend tatsächlich ein geruhsamer Feiertag. Sowohl der Discounter Aldi als auch der K+K-Markt halten ihre Türen geschlossen. Einzig der Rewe-Markt an der Mühlenstraße wird im Rahmen der gesetzlichen Öffnungszeiten von 10 bis 14 Uhr die Kundschaft bedienen. Marktleiterin Susanne Kamps-Dienberg: „Wir haben eine Liste ausgehängt, wer von den Angestellten am 24. Dezember arbeiten möchte. Da kamen genügen Interessenten zusammen. Zumal dieser Dienst ja extra vergütet wird.“ Nach Aussage der Rewe-Verwaltung in Dortmund „entscheidet jeder Markt für sich, ob er öffnet oder nicht. Manche Mitarbeiter sind froh über das zusätzliche Geld, andere haben beispielsweise mit Weihnachten wenig im Sinn. Jeder hat, wenn er sich zum Arbeiten an diesem Tag meldet, dafür andere Beweggründe.

Ungünstige Uhrzeit
“Die Bäckerei Terschluse ist über die Öffnung des Rewe-Marktes nicht ganz so erfreut. Dass er als Bäcker laut der Rewe-Zentrale in Dortmund selbst entscheiden kann, ob er öffnet, ist Richard Terschluse ganz neu. „Laut Vertrag muss ich während der Markt-Öffnungszeiten ebenfalls meine Waren anbieten. Da werde ich mich noch einmal genau erkundigen.“ Richard Terschluse sieht vor allem die Zeiten zwischen 10 und 14 Uhr als ungünstig an. „Unsere anderen Filialen haben an Heiligabend auch geöffnet. Allerdings von 7.30 bis 10.30 Uhr. Dann, wenn die Kunden auch frühstücken. Ob ab 10 Uhr noch jemand kommt, da ich lasse mich überraschen.“

Vor verschlossenen Türen wird die Kundschaft dagegen bei Bäckermeister Michael Tenk in Südlohn stehen: „Wir arbeiten ansonsten sieben Tage in der Woche. Da gönnen wir uns alle paar Jahre einmal den Luxus, an diesem Sonntag und Heiligabend den Laden dicht zu halten. Endlich mal wieder ein Weihnachten, an dem ich nicht vor Müdigkeit unter dem Tannenbaum einschlafe.“ Er habe durchaus Nachfragen von seinen Beschäftigten gehabt, die arbeiten wollten: „Schüler und Studenten sind immer froh, wenn sie sich etwas dazuverdienen können.“

Auf den Einkauf am Heiligabend zu verzichten, bittet in dem Zusammenhang noch einmal eindringlich die KAB Oeding. Sie schließt sich mit dem Appell dem KAB-Bundesausschuss an, der sich Anfang November einstimmig gegen Ladenöffnungen am 24. Dezember, einem Sonntag, ausgesprochen hat.

Ein Tag für die Familie

Sprecherin Erika Matschke aus Oeding: „Für Familien ist dieser Tag von besonderer Bedeutung. Vor dem Heiligen Abend ist alles in Vorbereitung und Erwartung auf die freudigen Ereignisse. So bestimmt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem hier ansässigen Einzelhandelsgeschäft. Sie möchten sicherlich ebenfalls mit ihren Familien den Heiligen Abend gemeinsam feiern.“

Dass sich die Mitarbeiter freiwillig „zum Dienst“ gemeldet haben, „wusste ich so nicht“, sagt Erika Matschke im Gespräche mit der Münsterland Zeitung. Ihr liege aber daran, „die Menschen darauf aufmerksam zu machen, „dass bis Samstagabend genügend Zeit ist, notwendige Einkäufe zu tätigen. Das muss nicht auch noch am Sonntag sein. Wir als KAB sprechen uns vor allem auch gegen die geplante generelle Sonntagsöffnung aus.“

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