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Nach der Insolvenz: Klares Ja zu Südlohn

Frottierweberei

Ein Jahr nach der Insolvenz der Borghorster Frottierweberei sieht es für die Nachfolgerin, die Südlohner Frottierweberei, sehr gut aus. Mit einer Ausnahme.

Südlohn

von Christiane Hildebrand-Stubbe

, 22.06.2018
Nach der Insolvenz: Klares Ja zu Südlohn

An der Eschstraße ist Gertrud Röring eine Ansprechpartnerin für die Kunden der Südlohner Frottierweberei. © Markus Gehring

Olaf Huge sive Huwe macht auch nach der Insolvenz des Ursprungsunternehmens, der „Borghorster Frottierweberei Reygers“, als Textilunternehmer weiter und ist sogar dank neuer Unternehmensstruktur recht optimistisch.

Nur der Kleinverkauf an der Eschstraße in Südlohn, der wie auch Billerbeck von den ursprünglichen acht Einzelhandelsstandorten nach der Insolvenz erhalten wurde, ist sein Sorgenkind: „Da haben wir deutliche Umsatzeinbußen.“ Und Huge hat auch seine Vermutung, woran das liegen könnte: „Viele denken offenbar, dass es uns wegen der Insolvenz gar nicht mehr gibt.“

Ein Blick zurück: Im Mai vergangenen Jahres hatte Olaf Huge sive Huwe, Chef der Borghorster Frottierweberei (Reygers), den Gang zum Insolvenzgericht angetreten. Davon betroffen waren auch acht Einzelhandelsstandorte – darunter auch Südlohn – und insgesamt 59 Mitarbeiter, nicht aber die Südlohner Frottierweberei GmbH.

32 Mitarbeiter an drei Standorten

Und diese Importgesellschaft, deren Geschäftsführer ebenfalls Olaf Huge ist, hat inzwischen den Geschäftsbetrieb der Borghorster Firma gekauft. Damit ist der alte Borghorster Name endgültig Vergangenheit, der Seestern als Markenzeichen aber ist geblieben. Huge: „Die Rechte haben wir uns rechtzeitig gesichert.“

Die Gründe für die Insolvenz beschreibt Huge heute „als Verkettung unglücklicher Umstände“ (wir berichteten). Managementfehler schließt er ebenso kategorisch als Verursacher aus wie mangelnde Qualität oder leere Auftragsbücher, im Gegenteil: „Sogar in der Insolvenz haben wir in jeder Beziehung großen Zuspruch der Kunden erfahren, wohl auch deswegen, weil wir immer ein verlässlicher Partner waren.“ Positiv habe sich auch ausgewirkt, dass man den Verkauf des Warenbestands in der Insolvenz selbst in die Hand genommen habe. So seien statt der vom Insolvenzverwalter angedachten 1,1 Mio. Euro, letztendlich 3,9 Mio. Euro erzielt worden. Insgesamt 32 Mitarbeiter arbeiten bereits wieder an den Standorten Borghorst (Verwaltung und Lager), Südlohn und Billerbeck (Einzelhandel).

auf einem „gesunden Mittelweg“

Seit Januar setzt Huge aber auch auf seine neue Gesellschaft, „Heimtexhandel 24“, in die er deutlich privates Kapital investiert hat. Zum 1. Januar 2019 sollen darin Internet- wie Großhandel zusammengeführt werden. Mit dem Verkauf im Netz hatte man schon guten Erfolg gehabt. Huge baut nämlich auf einen „gesunden Mittelweg“. „Ich glaube fest an die Systematik von Internet und stationärem Handel“, sagt der Geschäftsführer. Und das auch mit Blick auf die Struktur der Menschen, die seine Produkte letztendlich nutzen – die mittleren bis älteren Semester.

Insofern ist auch das Angebot in Südlohn für Huge ein wichtiges Aushängeschild seiner Firma. „Wir kommen aus Südlohn und glauben an diesen Standort“, bekräftigt er das.

Für die Verkaufsfläche gebe es ein langfristiges Mietverhältnis bis 2020 und eine Option auf weitere fünf Jahre. Um die Bedeutung des Auftritts in Südlohn zu unterstreichen, soll es auch noch in diesem Jahr Sonderverkaufs-Aktionen geben.

All das motiviert Olaf Huge sive Huwe zu dieser Aussage: „Wir können heute jedes Geschäft, müssen es aber nicht.“

Die „Südlohner Frottierweberei“ ist aus der „Südlohner Weberei und Näherei Föcking und Cohausz“ hervorgegangen. Die „Borghorster Frottierweberei Reygers“ hatte das Unternehmen 1973 erworben. Während der alte Standort des traditionellen Südlohner Textilunternehmens längst aufgegeben und bebaut wurde (Henricus-Stift), ist das große Ladenlokal an der Eschstraße von der Weberei übrig geblieben. Im Zuge der Insolvenz der „Borghorster Frottierweberei“ hat die „Südlohner Frottierweberei“ den Geschäftsbetrieb übernommen. Dieser besteht aus Handel, Vertrieb und Lagerung von Frottierwaren, Spannbetttüchern, Bettwäsche und Geschirrhandtüchern. Die Kunden: Möbel- oder auch Lebensmittelbranche, Baumärkte, Einzelhandel und andere.