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Träger und Investor suchen?

Neue Überlegungen zu Kindergartenplätzen

Südlohn Mehr Kindergartenplätze als gedacht müssen möglichst schnell geschaffen werden. Aber nicht nur diese Zahlen sorgten für Stirnrunzeln im Rat.

Neue Überlegungen zu Kindergartenplätzen

Der St.-Martin-Kindergarten in Südlohn ist eine Einrichtung für zwei Gruppen. Die Kirchengemeinde hat sich bereit erklärt, ihn so zu erweitern, dass zwei weitere Gruppen Platz finden könnten. Der Gemeinderat möchte aber noch Alternativen prüfen lassen. Foto: Markus Gehring

Der Bedarf an Kindergartenplätzen in der Doppelgemeinde steigt – wie bereits berichtet – schneller als angenommen. Statt wie gedacht Raum für zwei muss welcher für drei oder sogar vier neue Gruppen geschaffen werden. Die katholische Kirchengemeinde hatte sich bereit erklärt, ihre bestehenden Einrichtungen dafür zu erweitern. Für das Signal sind die Kommunalpolitiker durchaus dankbar, ließen sie in der Sitzung am Mittwoch durchblicken. Aber: Für die zwei neuen Gruppen, die in Südlohn entstehen müssen, solle noch über Alternativen nachgedacht und gesprochen werden. Eine Entscheidung soll dann Mitte Januar der Hauptausschuss treffen.

Was den Ratsmitgliedern nicht schmeckte: Zur Sitzung gab es aktuelle Kostenberechnungen, die noch einmal deutlich höher waren als die in der Sitzungsvorlage, statt 1,14 jetzt 1,47 Millionen Euro. Ein Architekturbüro hatte jetzt aktuell kalkuliert, erklärte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann auf Nachfrage von Josef Schleif (Grüne). Und: Kosten für die Außenbereiche seien noch nicht enthalten.

„Zahlen „nicht erfreulich„

„Die Zahlen sind nicht erfreulich“, fand auch Bürgermeister Christian Vedder. Ein Anbau im Ida-Kindergarten würde mit 520.000 Euro zu Buche schlagen, 950.000 Euro seien für einen zweigeschossigen Anbau im St.-Martin-Kindergarten berechnet worden. Für Günter Bergup (UWG) stand fest: „Wir müssen in eine andere Richtung denken. Wir müssen das Thema Investor jetzt mal wieder anpacken.“ Siegfried Reckers (SPD) war hörbar erschrocken über die Kostensteigerung: „Ich hab mich schon mit 380.000 Euro schwer getan“, sagte er. Einen zweigeschossigen Anbau auf dem Gelände des Kindergartens St.-Martin sah er kritisch: „Die Kinder sollen doch nicht nur untergebracht werden. Wo sollen die denn spielen?“.

Es sei sicher nicht verboten, darüber nachzudenken, ein Grundstück zu kaufen und neu zu bauen, oder einen Investor zu suchen, warf der Bürgermeister ein. Aber: „Wir sind zeitlich und kapazitätsmäßig unter Druck“, beurteilte er die missliche Lage. Hermann-Josef Frieling (CDU) erinnerte daran, dass die örtliche Kirchengemeinde mit ihrem Angebot zur Erweiterung ihrer bestehenden Einrichtungen schon eine Ausnahme mache.

Gespräche mit Kreis führen

„Die Kirche wird keine weiteren Trägerschaften übernehmen“, betonte er und sprach sich dafür aus, mit dem Kreis Borken als zuständige Behörde Rücksprache zu halten, welche Varianten es noch gebe. Barbara Seidensticker-Beining, für die SPD Mitglied im Kreis-Jugendhilfeausschuss, empfahl das auch dringend. „Ich lehne aus tiefstem Herzen ab, dass wir wieder Stückwerk machen“, betonte sei.

Der Beschluss fiel schließlich einstimmig: Die Planungen für den St.-Ida-Kindergarten werden weitergeführt. Der Kirchengemeinde solle das Signal gegeben werden, dass die Bereitschaft zur Erweiterung des St.-Martin-Kindergartens positiv gesehen werde. Die Gemeindeverwaltung solle aber mit dem Kreis Borken über weitere Varianten für den Bau und die Trägerschaft der zwei notwendigen Kindergartengruppen in Südlohn Gespräche führen.

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