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Per Funk mit Gott verbunden

Südlohn Pater Benny breitet die Arme aus. Die zwei Messdiener zu seiner Linken falten die Hände. "Vater unser im Himmel...", beginnt er zu beten. Andächtig blickt Josefine Mesken zu dem Geistlichen. Doch nicht von der Kirchenbank, sondern vom Fernsehsessel aus verfolgt sie den Gottesdienst.

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Seit einigen Wochen müssen die Bewohner des Henricus-Stifts in Südlohn nicht mehr persönlich in der St. Vitus-Kirche erscheinen, um die Messe zu erleben. Täglich wird diese ins Fernsehnetz des Altenwohn- und Pflegeheims eingespeist - die moderne Technik macht's möglich.

"Unauffällig an einem Pfeiler in der Kirche ist eine Kamera installiert", erklärt Heimleiter Jochen Albers (Foto). Die dort empfangenen Signale würden umgewandelt und per Funksender vom Kirchturm in Richtung Henricus-Stift gesendet. "In Krankenhäusern gibt es dieses System ja schon lange. Da hat mich Pfarrer Stefan Scho gefragt ,Warum machen wir das hier nicht auch'." Für die Bewohner heißt das, dass sie nun bequem von ihren Zimmern oder den Tagesräumen aus den Worten von Pfarrer Scho oder Pater Benny lauschen können. Vor allem für ältere Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr regelmäßig die Messe besuchen können, eine riesige Erleichterung. Und nicht nur die gewöhnlichen Gottesdienste werden übertragen. "Ein Highlight sind die Hochzeiten", verrät Albers. Auch Beerdigungen würden übertragen. Denn einige Bewohner möchten von Bekannten Abschied nehmen - auch wenn dies persönlich nicht mehr geht.

Die Kamera verändert ihre Einstellung, schwenkt auf die Kirchenbesucher. "Jetzt ist die Andacht", weiß Mesken. Die 103-Jährige geht zwar noch ab und an selber zur Kirche. Doch möchte sie die Übertragung nicht mehr missen. Sehr gut verfolgen könne man die Messe. Vor allem die gute Akustik hat es ihr angetan: "Das kann ich besser verstehen, als wenn ich in der ersten Reihe sitze."

Auch Wohnbereichsleiterin Ingeborg Terwonne bestätigt: "Bei den meisten älteren Leuten kommt der neue Service gut an." Nur einer Bewohnerin fehle die Atmosphäre. Denn eins ist klar: Weihrauchgeruch und Hostien per Fernsehübertragung - so etwas schafft auch moderne Technik noch nicht. kh

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