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Weihnachtsbaumeinkauf

Aus dem Wald in die gute Stube

Vreden Welcher darf es sein? Die Entscheidung für einen Weihnachtsbaum ist nicht immer einfach. Die Anbieter helfen den Kunden aber dabei.

Aus dem Wald in die gute Stube

Aussuchen, anschauen und für einen Weihnachtsbaum entscheiden: Ludger Linn und ein Kunde Foto: Thorsten Ohm

Der junge Mann ist eigentlich schon überzeugt. Nur schnell noch mit dem Handy ein Foto aufnehmen: Ludger Linn hält die Nordmanntanne gerade, damit sein Kunde eine Aufnahme machen kann. Wenig später kommt auch von daheim grünes Licht: Das ist der Baum, der zu Weihnachten das Wohnzimmer schmücken soll.

Ludger Linn hat seinen Stand auf dem Kundenparkplatz eines Verbrauchermarktes an der Ottensteiner Straße in Vreden aufgebaut. Der Sauerländer verkauft schon seit vielen Jahren Weihnachtsbäume. Er ist für die Firma Eickelmann tätig: „In Eslohe im Hochsauerland.“ Wie ist die Nachfrage? „Dafür, dass wir erst zum zweiten Mal nach Vreden gekommen sind, bin ich recht zufrieden mit der Resonanz.“

Grüne Nadelbäume reihen sich an den Zaun, mit dem Ludger Linn das kleine Areal für den Weihnachtsbaumverkauf abgestellt hat. Ein Saisongeschäft, das einmal im Jahr ganz sicher Konjunktur hat. Wie entwickeln sich die Preise? „Das Niveau hat sich nicht verändert“, sagt Ludger Linn. Was ein Baum kostet, hängt von zwei Faktoren ab: Qualität und Größe.

19 Euro pro Meter

Nordmanntannen beispielsweise lägen preislich an seinem Stand bei 19 Euro je laufendem Meter, berichtet der Experte. Ein langer Messstab lehnt neben der kleinen Hütte. Ludger Linn hält ihn kurz neben den Baum. Die Nachfrage der Kunden richte sich zum größten Teil auf die Nordmanntanne. Blaufichten seien zwar preiswerter. Sie fänden jedoch deutlich weniger Absatz.

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum – das ist für die meisten Vredener wohl kaum vorstellbar. Wie ihnen geht es in diesen Tagen und Wochen Millionen Menschen in Deutschland.

Es ist das Ursprungsland eines Weihnachtsbrauches, der sich in seiner heutigen Form im 19. Jahrhundert über den Globus zu verbreiten begann. Weihnachtsbäume waren zuvor ein regelrechtes Luxusgut. Das verstärkte Anlegen von Tannen- und Fichtenwäldern sorgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch dafür, den wachsenden Bedarf zu decken und die Preise erschwinglich zu machen.

Die Nordmanntanne besitzt heute eine herausragende Stellung im Markt. Ihr Anteil betrug beispielsweise im Jahr 2013 bei 80 Prozent. Sie hat im Laufe der Jahre die Blaufichte abgelöst, die in den sechziger und siebziger Jahren in der Käufergunst vorne lag. Dieser wiederum hatte einst die Rotfichte abgelöst, die noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg als Weihnachtsbaum in Deutschland bevorzugt war.

Musterung bestanden

Ludger Linn hat die Entwicklung am Markt aus direkter Anschauung mitbekommen. Er zeigt seinem Kunden erst eine Blaufichte, danach eine Nordmanntanne. Der junge Mann schaut sich den Baum genau an – schließlich soll dieser daheim einen schmucken Blickfang bieten und sich gleichzeitig in Größe und Form gut einfügen lassen. Die Nordmanntanne besteht die Musterung. Das Geschehen wiederholt sich in diesen Tagen vielerorts: Zahlreiche Anbieter von Weihnachtsbäumen wetteifern um die Kunden, seien es örtliche Betriebe, auswärtige Händler wie Ludger Linn und inzwischen sogar große Verbrauchermärkte und Discounter.

Rund 30 Millionen Weihnachtsbäume dürften in diesem Jahr in Deutschland für einen entsprechenden Umsatz sorgen, den Experten auf rund 620 Millionen Euro schätzen. 40.000 Hektar Anbaufläche braucht es rechnerisch, um den Bedarf zu decken.

Ludger Linn führt die Nordmanntanne in einen Trichter und zieht sie auf der anderen Seite eingenetzt heraus. Das gute Stück will nun sicher nach Hause transportiert sein. „Ein Anhänger ist natürlich praktisch“, sagt Ludger Linn. Doch mit umgelegter Rückbank klappt es meist auch im Kofferraum. Daheim angekommen, wird es noch einmal spannend: beim Aufstellen und schließlich auch beim Schmücken. Ob Kugeln, Kerzen oder Figuren, ist am Ende eine persönliche Geschmacksfrage. Wie der Kauf eines Weihnachtsbaumes eben auch.

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