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Fall Elias

Entführter Junge bleibt im Iran verschollen

VREDEN/MÜNSTER Gute Nachrichten aus dem Iran? Fehlanzeige. Seit fast zwei Monaten warten die Eltern des sechsjährigen Elias vergeblich auf ein Lebenszeichen des Jungen. Die Ermittlungen sind ins Stocken geraten, alle Ersuche um Rechtshilfe an die iranischen Behörden unbeantwortet geblieben. Doch nun scheint wieder Bewegung in die Nachforschungen kommen.

Entführter Junge bleibt im Iran verschollen

Wird seit 5. August vermisst: Der sechsjährige Elias aus Vreden. Sein leiblicher Vater hat ihn ins Auslang entführt.

Am 4. August verschwand der sechsjährige Elias aus Vreden. Entführt, wie kurz danach bekannt wurde, vom eigenen Vater, einem Münsteraner mit türkischem Pass. Fast ein Vierteljahr später wagt immer noch niemand eine Prognose, ob der Junge zu seiner Mutter Petra Lütkemeyer und ihrem Mann Dietmar zurückkehrt - und wenn ja, wann es soweit sein könnte. „Nichts Neues“, heißt es zum Ermittlungsstand bei der münsterschen Staatsanwaltschaft. Zwar ist seit Anfang September klar, dass Elias von seinem Vater in den Iran gebracht wurde – damals hatte sich der Junge per SMS aus Teheran bei seiner Familie gemeldet. „Unsere Ersuche um Rechtshilfe sind aber bisher alle unbeantwortet geblieben“, so Oberstaatsanwalt Heribert Beck. Das heißt: Niemand weiß, ob die iranische Polizei nach Elias und seinem leiblichen Vater fahndet. Obwohl gegen den Münsteraner ein internationaler Haftbefehl vorliegt: Er hatte seinen Sohn nach einem Besuchstermin nicht zur Mutter nach Vreden zurückgebracht, sondern war mit ihm nach Ankara geflogen und von dort in den Iran geflüchtet.

Falls der 36-Jährige dort gefasst wird, ist es zudem unsicher, ob er ausgeliefert würde. „Wir haben keinerlei Druckmittel gegenüber den iranischen Behörden“, bedauert Beck. Zugleich versichert die zuständige Kreispolizei in Borken, sie arbeite weiter „intensiv“ daran, Elias zu finden und nach Hause zu holen. Offenbar kommt nach einer Phase des Stillstands derzeit wieder Bewegung in die Nachforschungen. „Aus ermittlungstaktischen Gründen halten wir uns mit weiteren Auskünften aber zurück“, sagt Polizeisprecher Dieter Hoffmann.

Derweil haben die Lütkemeyers von ihrer Idee, einen Privatdetektiv nach Elias suchen zu lassen, zunächst Abstand genommen. „Ohne konkrete Anhaltspunkte macht das wenig Sinn“, so Stiefvater Dietmar. Seit der SMS aus Teheran haben sie nichts mehr von ihrem Sohn gehört. „Wir sind aber absolut zuversichtlich, dass es Elias weiterhin gut geht“, erklärt Lütkemeyer. Den Behörden macht er keinen Vorwurf, die Familie habe ebenfalls alle Möglichkeiten ausgeschöpft. „Im Moment können wir nur warten und uns in Geduld üben“, sagt er. „Das ist wahnsinnig schwierig, aber bis Elias wieder bei uns ist, müssen wir uns daran gewöhnen.“

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