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Filigrane Leidenschaft

Rekken "Das muss einfach fertig sein", stellt Wim Geesink energisch klar, wenn es um das Vorzeige-Projekt seiner Heimatgemeinde geht - den Rekkener Blumenkorso, der heute durch die 1400-Seelen-Gemeinde und am Freitag durch Vreden zieht.

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Jede Menge Herzblut und viel Idealismus stecken hinter den Worten des Schatzmeisters der "Festvereinigung Rekken". Und damit ist er nicht allein. Seit Tagen ist ein ganzes Dorf auf den Beinen. Denn wie jedes Jahr laufen die Vorbereitungen bis kurz vorher auf Hochtouren. Und jedes Mal, stellt sich die bange Frage: "Schaffen wir es?" Schließlich sind jede Menge Dahlien zu verarbeiten: "1,4 Millionen Blüten", verrät der Vorsitzende des Festkomittees, Henk Bos. Einfache Rechnung also: 1000 pro Einwohner.

"Plakken"

Und Sekretärin Maria Kannebeck weiß: "Das ist so viel Arbeit. Jede Blüte geht fünf oder sechs Mal durch die Hände der Helfer" - vom Einpflanzen der Knollen am 1. April bis zum "Plakken" heute, wie die Niederländer das Ankleben der Blumen an ihre zwölf Festwagen nennen. Leicht wäre die Brücke zum deutschen Wort "Plackerei" für besonders mühevolle Arbeit zu schlagen. Wer aber durch die Reihen der Wagenbauer geht, merkt davon nichts. Ganz im Gegenteil: Freude strahlende Gesichter munter und mit Leidenschaft bei filigranster Klein-Arbeit. Ob in der Gruppe beim "Kuntjeafknippen" (grob übersetzt: den hinteren Teil der Blume abschneiden) oder beim Aufhängen der Blüten zum Trocknen - von Ermüdungserscheinungen keine Spur. Erst beim Festumzug selbst könnte das der Fall sein, "wenn man in die Gesichter der Väter schaut", berichtet Kannebeck schmunzelnd. Manche Wagenbaugruppe hat nämlich so ambitionierte Themen, dass 24 Stunden rund um die Uhr im Wechsel für den Traum der besten Bewertung, den Siegerp okal und "die Ehre" getüftelt wird. Nur aktuelle und keine reinen Fantasiemotive sind dabei zugelassen, wie der Vorstand betont.

Der King kommt

Da geht es zum um den auch hierzulande bekannt gewordenen Eichenprozessionsspinner, der die Niederländer gleichermaßen plagt. Statt sie zu verbrennen, rücken aber die Behörden jenseits der Grenze den Raupen mit "Staubsaugern" zu Leibe - was sich in bunt gesteckter Blütenpracht und detailverliebten Wagenkonstruktionen wiederfindet. Auch der Zauberschüler Harry Potter und der "King" Elvis Presley sollen einen Abstecher nach Vreden wagen, weckt Henk Bos die Vorfreude. tke

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