Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Landesmittel "relativ"

Vreden Mit Unverständnis hat der Leiter der Biologischen Station Zwillbrock, Dr. Dietmar Ikemeyer (Foto), gestern auf Medienberichte reagiert, in denen von einer Erhöhung der Landesmittel für die Einrichtung die Rede war.

Im Gespräch mit der Münsterland Zeitung ordnete er diese Aussage in die finanzielle Entwicklung ein, in der sich die Station seit Jahren befindet. "Sicher ist es richtig, dass uns für das Jahr 2008 eine Erhöhung der Landesmittel in Aussicht gestellt worden ist. Diese beträgt allerdings nur 1000 Euro." Die entsprechende Summe steige von 253 000 auf 254 000 Euro.

Doch reiche es nicht aus, diese Summen isoliert zu betrachten. Vielmehr habe die Biologische Station in der Zeit seit dem Jahr 2004 ein Drittel der Landesmittel verloren: Die entsprechende Summe sank nach Angaben Ikemeyers von circa 348000 auf 253000 Euro: "Das macht umgerechnet einen Verlust von nominell 1,5 Personalstellen aus."

In diesem Zusammenhang betont der Leiter der Biologischen Station, dass seine Einrichtung für dieses Geld auch Leistungen erbringt und die Landeszuweisungen nicht ohne Vorgaben bekomme. Darüber hinaus sei die finanzielle Situation seit Jahren durch eine Deckelung geprägt, die seit 1995 gelte: "Durch den jährlichen Kaufkraftverlust sind wir dauerhaft zu Einsparungen gezwungen."

Arbeitgeber

Vor diesem Hintergrund verwies Ikemeyer darauf, dass die Biologische Station auch als Arbeitgeber ihrer Verantwortung gerecht werden müsse. Sie zählt zur Zeit sieben Angestellte, von denen fünf Mitarbeiter durch öffentliche Mittel finanziert werden. Ohnehin sei es schwierig, verlässliche Planungen zu erstellen: Eine verbindliche Zusage über die Mittel gebe es immer erst im Frühjahr eines laufenden Haushaltsjahres: "Wir treten quasi in Vorleistung."

Ikemeyer betonte, dass es bei der Betrachtung der finanziellen Situation der Biologischen Station realistischer sei, diese mit einem Unternehmen zu vergleichen. Die drei "Hauptauftraggeber" seien das Land Nordrhein-Westfalen, der Kreis Borken und die Stadt Vreden. So gesehen kaufe das Land auch konkrete Dienstleistungen ein - es knüpft die Mittelvergabe an konkrete Leistungserwartungen: So erledige die Biologische Station nachgelagert Pflichtaufgaben des Landes. Dazu zähle etwa das Monitoring in EU-Schutzgebieten.

"Ausbaufähig"

Bezogen auf den regulären Etat - abgesehen von speziellen Sonderprojekten - finanziere sich die Biologische Station zu 80 Prozent durch öffentliche Aufträge, zu 20 Prozent aus privaten. "Wir bemühen uns darum, dieses Standbein weiter auszubauen", so Ikemeyer. Chancen dazu sieht er vor allem auf zwei Feldern: Zum einen die Landwirtschaft- und Regionalvermarktung, etwa in Gestalt der Vermarktung von Wurst und Fleisch über die Schäferei, zum anderen der Tourismus, der gerade im Raum Zwillbrock noch ein großes Potenzial besitze. to

Anzeige
Anzeige