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Entscheidung gefallen:

Laudert-Trio ist Unternehmer des Jahres

Vreden Die Münsterland Zeitung und die Sparkasse Westmünsterland vergeben den Preis „Unternehmer des Jahres“ an Unternehmer aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung. Die Verleihung an Rainer Laudert, Andreas Rosing und Jörg Rewer von der Laudert GmbH & Co. KG findet mit geladenen Gästen am 2. März auf dem Tobit-Campus in Ahaus statt.

Laudert-Trio ist Unternehmer des Jahres

Freuen sich über die Auszeichnung zum Unternehmer des Jahres (von links): Andreas Rosing, Jörg Rewer und Rainer Laudert, im Hintergrund ein Fotoshooting des Medien- und IT-Dienstleisters. Foto: Foto: Thorsten Ohm

Die junge Frau trägt Bademode. Sie lächelt, es klickt und es leuchtet kurz hell auf. Das Model wechselt die Pose. Eine Visagistin betritt die Szene, richtet die Haare der jungen Frau vor dem schneeweißen Hintergrund – die ideale Projektionsfläche, um wenig später am Rechner die passende Umgebung für dieses Fotoshooting hinzuzufügen.

Die Aufnahme entsteht eben nicht an einem exotischen Strand, und das Model ist nicht zu einem Fotostudio in eine der deutschen Metropolen gereist. Doch die Adresse an der von-Braun-Straße im nüchternen Industriegebiet Gaxel in Vreden hat bei vielen Vertreterinnen ihrer Zunft inzwischen einen hohen Stellenwert entwickelt: Dort entstehen Aufnahmen für das Portfolio namhafter Hersteller, und dort liegt auch der Stammsitz der Firma, an deren Spitze die Menschen Verantwortung tragen, denen die Jury jenen Preis verliehen hat, den die Münsterland Zeitung gemeinsam mit der Sparkasse Westmünsterland wieder vergibt: Unsere Unternehmer des Jahres lenken die Geschicke der Firma Laudert.

International aufgestellt

Und damit auch die von 450 Mitarbeitern, die das Unternehmen heute insgesamt an seinen Standorten zählt, in Vreden und Hamburg, in Stuttgart, Bangkok und in Ho-Chi-Minh-Stadt. Der Gründer wird daran in den Anfangsjahren noch nicht gedacht haben. Sein Konterfei begrüßt die Besucher, die den Haupteingang am Stammsitz in Vreden betreten. Kleine und große schwarze Punkte verdichten sich zu einem ausdrucksstarken großformatigen Porträt. Das Raster als Darstellungsform verweist auf das, was Laudert stark und groß gemacht hat: Fotografien für den Druck aufbereiten. „Mein Vater hat damals eine Klischeeanstalt gegründet“, blickt Rainer Laudert auf die Geschichte des Unternehmens zurück, die gleichzeitig auch ein wichtiges Stück eigener Familiengeschichte bildet.

Damals, das war 1959 in Duisburg. Schon fünf Jahre später fiel der Entschluss, den Standort zu wechseln: nach Vreden. Rainer Laudert selbst war 37 Jahre lang an vorderster Stelle für den Erfolg des Familienunternehmens verantwortlich: 1980 in die Geschäftsführung eingetreten, hat er alle wichtigen Schritte der Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich mitverantwortet. In diesem Jahr zog sich der 65-Jährige aus der Geschäftsleitung zurück. Als Gesellschafter steht er in einem kooperativen Verhältnis zu seinen beiden Nachfolgern Andreas Rosing (54) und Jörg Rewer (47).

Mitarbeiter im Fokus

Alle drei sitzen am Tisch dem Besucher gegenüber. Das Gespräch lotet aus, wo die besonderen Stärken des Unternehmens liegen, warum Laudert eine solche Erfolgsgeschichte hat. Alle drei kommen immer wieder auf einen Punkt: die Mitarbeiter, das Team, und damit die Qualität, die es verkörpert und als Kommunikations- und IT-Dienstleister zur Marktführerschaft in Deutschland gebracht hat. „Um Mitarbeiter müssen Sie sich bemühen“, sagt Andreas Rosing, ebenso wie Jörg Rewer als geschäftsführender Gesellschafter in der Verantwortung. „Wir sind ein Arbeitgeber, bei dem sich die Möglichkeit bietet, sich selbst zu entwickeln“, sagt Andreas Rosing und verrät damit etwas vom offenen Führungsstil bei Laudert, wo das „Du“ die gängige Form der Anrede ist. Manchmal steht Laudert sogar für den Aufbruch ins größte Abenteuer des Lebens: zum Beispiel für den jungen Mann aus Ammeloe, der nach seiner Ausbildung für Laudert nach Vietnam ging. „Die Mitarbeiter müssen sich aber auch im Arbeitsalltag wohlfühlen können“, sagt Rainer Laudert. Da gehört der freie Kaffee ebenso dazu wie die frisch gefüllte Obstschale, wie Sport, geschlechtergerechte Löhne und eine Gewinnbeteiligung.

Wer heute im Internet unterwegs ist, findet auf den einschlägigen Unternehmensportalen nicht selten Bilder, die unter dem Dach von Laudert entstanden sind. Die 120 Mitarbeiter allein im Bereich der Fotografie lichten Produkte ab, die Kunden von Karstadt und der Otto-Group ebenso ansprechen wie von Jack Wolfskin, Ernsting’s familiy und vieler namhafter Anbieter mehr.

Schicksalhafte Entscheidung

Das Internet hat den guten, alten Katalog aus früheren Tagen abgelöst. „E-Commerce“, lautet dafür das Schlagwort – und für Laudert war es eine geradezu schicksalhafte Entscheidung, im richtigen Augenblick die Firma auf dieses Geschäftsfeld hin stärker ausgerichtet zu haben. Laudert gehört daher nicht ohne Grund zu den drei größten Fotostudios in Deutschland. „Wir wussten, wie man mit Bildern arbeitet“, beschreibt Andreas Rosing einen der Schlüssel zum Erfolg.

Was wird aus Laudert? Diese Frage habe sich zur Zeit der globalen Finanzkrise der 2000er Jahre gestellt, erinnert sich Rainer Laudert. Eine der Antworten fand er auch in der Transformation der Geschäftsführung. Andreas Rosing und Jörg Rewer sind keine von außen hinzugekommen Geschäftsführer, sondern im Unternehmen selbst seit vielen Jahren tätig gewesen. „Die Entscheidung ist ganz bewusst gefallen, eine kooperative Unternehmensführung einzuführen“, sagt Rainer Laudert.

Immer mit Blick auf den Endkunden

Was folgte, war der Ausbau der Medien-IT und der Fotografie samt ihrer Nachbearbeitung bis hin zu kompletten „360-Grad-Lösungen“ und Datenbanken, immer mit Blick auf den Endkunden. „Wenn heute ein Unternehmen in Deutschland sagt ,Wir müssen uns neu aufstellen im Marketing’, sind wir der erste Ansprechpartner“, sagt Rainer Laudert.

Dafür brauche es nicht zuletzt die Verbindung von Kreativität und Prozessdenken, unterstreicht Jörg Rewer: „Nur so bekommt man die PS auf die Straße.“ Und die Geschäftsführung versteht sich dabei als aktiver, koordinierender Teil des Ganzen, wie Andreas Rosing verdeutlicht: „Wir tauschen uns mit allen Verantwortlichen der verschiedenen Aufgabenbereiche permanent aus.“ Was regelmäßige Reisen auch an die internationalen Standorte einschließt.

Niedrige Fluktuation

Es schließt sich der Kreis, wenn Andreas Rosing sagt, warum Laudert auf einem hart umkämpften Markt heute in dieser Top-Position ist, während viele andere Firmen aus der Branche schon gar nicht mehr existieren: „Sie brauchen intelligente Mitarbeiter.“ Dass es stimmt mit dem Arbeitsklima bei Laudert, das zeigt sich übrigens nicht zuletzt in einer sehr niedrigen Fluktuation bei den Mitarbeitern – von der IT-Fachkraft am Rechner bis zur Bügelhilfe im Fotostudio.

Die Einstellung der Belegschaft habe auch etwas mit der Einstellung der Menschen im westlichen Münsterland zu tun, ist Andreas Rosing überzeugt. Verlässlich seien die Mitarbeiter, vertrauensvoll und loyal. Das zeige sich in der heimischen Wirtschaft an vielen Stellen als Schlüssel zum Erfolg, so Rainer Laudert: „Wir haben so viele erfolgreiche Hidden Champions in unserer Region. Und das hat doch erkennbar auch etwas mit der Mentalität hier zu tun.“ Deshalb sehen Rainer Laudert, Andreas Rosing und Jörg Rewer die Auszeichnung „Unternehmer des Jahres“ nicht zuletzt auch als Anerkennung für die Mitarbeiter, die sich motiviert für den Erfolg aller einbringen und über die sich alle drei in diesem Sinne auch für die ganze Laudert-Unternehmensfamilie freuen.

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