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Mehr als nur schön anzuhören

Vreden Unzählige Kerzen erleuchteten am ersten Advent den "Kulturraum Stiftskirche" Vreden, als Chorsängerinnen mit gregorianischen Gesängen die vielen andächtig zuhörenden Kirchenbesucher gedanklich in die Zeit des Mittelalters versetzten.

Dieses abendliche Konzert unter der professionellen Leitung von Bernd Sikora möge man gleichzeitig als Gottesdienst und als das kirchliche Stundengebet, die Komplet, verstehen, so Dechant Guido Wachtel in seinen Begrüßungsworten. Sich die Architektur der Stiftskirche wie zur Zeit der Romantik als zu Stein gewordene Musik vorzustellen, dazu regte Moderator Bernd Sikora an. Und tatsächlich erinnerte die Projektschola, die mit klaren und reinen Stimmen im hohen Chorraum Hymnen, Psalmen und Motetten sang, musikalisch und optisch in ihren liturgischen Gewändern an die früheren Stiftsdamen in den alten Chorgestühlen.

Klangfarben

Aber ohne die reizvollen Klangfarben von Flöte und Orgel ist Chorgesang des Mittelalters nicht denkbar. Einfühlsame Instrumentalmusik, wunderschön dargeboten von Hanne Feldhaus-Tenhumberg auf der Blockflöte und Bernd Sikora an der Orgel, waren nicht nur gut anzuhören, sondern regten auch zur Meditation an. Die Gregorianik gehöre zu den ältesten Musiken unseres Kulturkreises und beinhalte uraltes Gedankengut, so Sikora. Der Hymnus sei im Mittelalter Ausdruck persönlicher Frömmigkeit gewesen und trostreiche Lyrik eines in Gott geborgenen Gefühls. Ein sehr alter Gesang und von reicher Melodik sei das Kyrie.

Moderator erklärt

Moderne Variationen des Kyrie seien erst später entstanden, so erklärte der Moderator die einzelnen Musikwerke. Die Psalmen habe man im Mittelalter zur Feier des Messopfers und als Stundengebet gesungen; als antiphonales Singen in zwei Gruppen, wobei sich die Stiftsdamen die Versteile von ihrem Chorgestühl aus gegenseitig zusangen.

Diesen Gesang möglichst authentisch nachzuvollziehen gelang der Frauenschola mit kristallklaren Stimmen und dem Wechsel an verschiedenen Stellen des Chorraumes bestens. Dechant Wachtel, der die Lesung und die Fürbitten vortrug und den priesterlichen Segen gab, entließ die Konzertbesucher, die sich mit großem Applaus bei allen Akteuren bedankten, in den stillen Dezemberabend des ersten Advent. sd

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