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Vom Nabel der Welt

Vreden Nichts ist einfach im Werk von Walter Wittek, nicht einmal das fertige Kunstwerk. Präzision vom Entwurf bis zur Aufstellung ist für den Künstler, der seit 1979 in Vreden lebt und arbeitet, oberstes Gebot.

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Das Ziel der Anstrengungen ist die Eröffnung seiner ersten Ausstellung in Vreden am Sonntag im Berkelkraftwerk auf Einladung des Kunst- und Kulturkreises Berkelkraftwerk. Die Aufstellung der tonnenschweren Skulpturen lässt sich nicht in wenigen Stunden bewerkstelligen. Allein die Platzierung einer monumentalen Skulptur, bestehend aus zwei Stahlblöcken und einer polierten Edelstahlspitze vor dem Berkelkraftwerk, verschlang einen Tag.

"Kunst-Schwergewicht"

Jeder Block wiegt anderthalb Tonnen. Die Edelstahlspitze, die von den massiven rostbraunen Blöcken eingerahmt wird, bringt allein schon 300 Kilo auf die Waage. Ohne die Hilfe des Bauhofes, der einen Bagger vorbeischickte, und die fleißigen Hände von Jupp Reirink und Sohn Koen wäre dies nicht möglich gewesen.

Wittek wurde 1943 in Schoppinitz/Oberschlesien geboren. Nach der handwerklichen Ausbildung zum Stahlgraveur in Ansbach/Bayern studierte er bis 1968 an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg. Als freischaffender Künstler ließ er sich in Düsseldorf und später in Hildesheim nieder, wo er als Dozent an der Fachhochschule lehrte. Seit 1964 erhielt er mehrere Preise und Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Staatspreis, den Förderpreis NRW und als bisher höchste Auszeichnung 1999 den Special Prize der Skulpturen-Biennale in Toyamura/Japan. Wittek erwarb sich durch viele Ausstellungen im In- und Ausland weit über die Region hinaus einen vielbeachteten Ruf in der Kunstwelt.

Stahlspitze

Das liegt vielleicht auch an seinem stilistischen "Markenzeichen", dem Omphalos (griechisch: Nabel). Der Omphalos war ein phallischer Stein im Apollon-Tempel in Delphi. Der kultische Stein, um dessen Herkunft sich viele Legenden rankten, markierte in der Antike den Nabel der Welt. Wittek formte ihn minimalistisch um zu einer polierten Stahlspitze, die aufrecht oder auf der Spitze stehend, mit rostbraunem Stahl kommuniziert. Skulpturen, Rost-, Brand- und Staubbilder geben die Möglichkeit, einen ganzheitlichen Einblick in sein Oeuvre zu gewinnen. Elvira Meisel-Kemper

Eröffnung der Ausstellung mit Einführung durch Bernd Sikora ist am Sonntag 12. August, 11 Uhr. Die Ausstellung ist im Berkelkraftwerk (So 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel (0 25 64) 46 83 oder 46 00) und in der Krypta der St. Felicitas Stiftskirche zu sehen bis zum 28.Oktober.

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