Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie

Bewährungsstrafe nach Suizidversuch auf der B70

Vorsätzlich in den Gegenverkehr gelenkt

Münster/Vreden Eigentlich wollte das Landgericht Münster prüfen, ob der Niederländer, der sein Auto auf der B70 bei Lünten absichtlich in den Gegenverkehr gelenkt hatte, in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden kann. Doch der Gutachter verhinderte dies.

Vorsätzlich in den Gegenverkehr gelenkt

Das Landgericht Münster. Foto: Thorsten Ohm

Ein Niederländer, der sein Auto auf der B70 bei Lünten in den Gegenverkehr gelenkt hatte, ist nun vom Landgericht Münster zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Bereits bei der Auftaktverhandlung hatte der Mann eingeräumt, dass er in Selbsttötungsabsicht gehandelt habe (die Münsterland Zeitung berichtete). Mit seinem Fahrzeug hatte er einen Lkw frontal gerammt und war anschließend gegen einen nachfolgenden Pkw geschleudert worden. Der Lkw-Fahrer hatte dabei ein Schleudertrauma und der nachfolgende Pkw-Fahrer Prellungen erlitten.

Die Staatsanwaltschaft war zunächst davon ausgegangen, dass der Mann aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung schuldunfähig war. Deshalb prüfte das Gericht die Möglichkeit der Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung.

Kein Sicherungsverfahren

Der vom Gericht geladene Sachverständige jedoch schloss eine Schuldunfähigkeit aus. Eine Steuerungsfähigkeit dagegen konnte er nicht ausschließen. Die Steuerungsfähigkeit beschreibt, ob ein Täter fähig ist, gemäß seines vorhandenen Unrechtsbewusstseins zu handeln. Da für ein Sicherungsverfahren, bei dem alternativ zu einer Freiheitsstrafe die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik erwogen wird, jedoch mindestens verminderte Schuldfähigkeit vorliegen müsse, sei es zu einem normalen Strafverfahren gekommen, erklärte Landgerichts-Sprecher Daniel Stenner.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Fahrer sein Auto absichtlich in den Gegenverkehr gesteuert hatte und verurteilte ihn wegen eines vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu einem Jahr und drei Monaten Freiheitsstrafe. Diese wird zur Bewährung ausgesetzt. Dazu kommt der Verlust des Führerscheins. Dieser war bereits zuvor eingezogen worden, zusätzlich verhängte das Gericht eine Sperre von sechs Monaten.

Münster/Vreden Auf der B70 bei Lünten steuerte ein Niederländer im Juli 2016 mit Absicht in den Gegenverkehr. Das Landgericht muss nun entscheiden, ob der Mann in der Psychiatrie untergebracht werden soll.mehr...

Anzeige
Anzeige