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Verzierte Torten

Zum Essen fast zu schade

Vreden Natalia Walfort betreibt einigen Aufwand, um schöne Ergebnisse zu erzielen. Doch die süße Pracht ist äußerst vergänglich.

Zum Essen fast zu schade

Eine Frau und ihr kreatives Hobby: Natalia Walfort und eine von ihr kunstvoll verzierte Torte. Foto: Markus Gehring

Wer mag da schon zum Messer greifen? Der kleine Weihnachtsmann sitzt auf dem Schnee, eine bunte Lichterkette vor seinen Füßen, ein schmuck verpacktes Geschenkpaket neben ihm und einen eng beschriebenen Wunschzettel in der Hand. Die süße Freude ziert die akkurat gedeckte Kaffeetafel auf dem Esstisch im gemütlichen Heim von Natalia Walfort. Sie lebt mit ihrer Familie in Vreden, und in ihrer Freizeit widmet sich die 43-Jährige mit großer Leidenschaft einem Hobby, das mehr Zeit kostet, als es auf den ersten Blick scheint: Sie verziert Torten.

„Das Backen ist natürlich auch wichtig“, sagt die Mutter von zwei Kindern: „Die Verzierung ist das Topping.“ Ein Topping, das den Genuss erhöht durch die Vorfreude, die es weckt: Das Auge isst bekanntlich mit. Dass Natalia Walfort zu diesem eher seltenen Hobby gefunden hat, steht auch ein wenig in Zusammenhang mit dem Beruf, den sie ausübt: Sie ist Fotografin.

Fotografin

Meist richtet die Diplom-Fotodesignerin und Mediengestalterin die Linse des Objektivs im Alltag auf Sachliches. Doch sie betätigt sich auch als Hochzeitsfotografin. So war es naheliegend, dass sie auch zur Hochzeit ihrer Schwägerin mit der Kamera anrückte. „Ich wollte aber nicht vorbeikommen, ohne etwas mitzubringen“, erinnert sie sich noch genau. Warum nicht etwas Selbstgebackenes, das zum festlichen Anlass passt? So machte sich Natalia Walfort daran, eine doppelstöckige Hochzeitstorte nicht nur zu backen, sondern ihr auch die passende Verzierung zu verleihen. Als besonderen Hingucker formte sie zwei Figuren, die das Brautpaar symbolisierten. „Das kam richtig gut an“, weiß sie noch genau. So fiel vor vier Jahren der Startschuss dazu, dem kreativen Verzieren von Torten mehr Raum in ihrem Leben zu geben.

Seitdem begibt sie sich immer wieder gern einmal an die Arbeit, um Freunden oder Verwandten damit eine Freude zu machen – ein reines Hobby und nicht mehr. Aber eines, das neben der Kreativität auch einiges an manuellem Geschick erfordert. „Ich benutze keine vorgefertigten Formen oder Figuren, die erstelle ich selbst“, sagt die ausgebildete Foodfotografin. Alles ist essbar, was zur Torte gehört – auch wenn es nicht so aussieht.

Der Spaß am Motiv gehört für Natalia Walfort unverzichtbar dazu. Deshalb macht sie sich als erstes Gedanken darüber, wie eine Torte aussehen soll. Anregungen lassen sich dafür vielerorts gewinnen, zum Beispiel auch beim digitalen Stöbern im Internet.

Zeitlicher Aufwand

Und Natalia Walfort erkundigt sich auch, was thematisch passen könnte zum Anlass und zu den Personen, die mit dem jeweiligen Anlass verbunden sind. So entsteht eine ganz persönliche Torte, und das erfordert einen gewissen zeitlichen Aufwand: „Zehn, zwölf Stunden sitze ich schnell schon mal dran.“ Sie nutzt dafür die Abendstunden, wenn ihre Kinder schlafen und Ruhe eingekehrt ist. In der Stille kann sich die Vredenerin konzentriert und zugleich mit Muße ihrer Freizeitbeschäftigung hingeben.

Allein das Modellieren der Figuren ist ein filigranes Unterfangen. Drei Stunden kostete es Natalia Walfort zum Beispiel, den Weihnachtsmann auszuarbeiten. „Die aufwendigste Figur, die ich hergestellt habe, war ein Storch.“ Der entstand aus Anlass der Geburt ihres Sohnes, als Dankeschön für das Team in der Säuglingsstation. Manchmal lässt Natalia Walfort auch Figuren entstehen, die sich an reale Vorbilder anlehnen: „Als eine Freundin geheiratet hat, habe ich Braut und Bräutigam stilisiert nachgebildet.“ Kleidung, Haarfarbe und Frisur passten genau.

Am Anfang steht allerdings der Kuchen. Klassisch rund in der Springform gebacken, dann mit einer Füllung versehen – die kann ganz unterschiedlich ausfallen wie etwa einfach mal mit Marmelade oder aufwendiger mit einer Sahnecreme mit Obststückchen– stellt die Torte das Grundgerüst dar. Im nächsten Schritt bekommt die Außenseite eine Art Grundierung aus Ganache. Auch das eröffnet wiederum sehr unterschiedliche geschmackliche Möglichkeiten.

Verzierung

Danach geht es daran, der Torte ihr endgültiges Gesicht zu verleihen. Natalia Walfort bereitet dazu die Fondant-Masse vor: „Ich färbe sie selbst, so wie ich sie brauche.“ Nicht ganz leicht stellt sich im Anschluss die Aufgabe dar, nun den Tortenkörper damit zu überziehen. Natalia Walfort sagt: „Es braucht etwas Übung, den Fondant darüberzustreichen.“

Eine Aussage, die der Besucher ihr beim Blick auf die makellos glatte Außenhaut der Torte auf der Kaffeetafel sofort abnimmt. Den Fondant andrücken, glattstreichen, Überstehendes abschneiden – jetzt fehlen nur noch die Verzierungen. Die bereitet Natalia Walfort vorher vor: Damit die Figuren etwas ausgehärtet sind, ehe sie per Lebensmittelkleber mit der Torte in Verbindung treten. Schließlich braucht das leckere Kunstwerk noch Zeit, um zu ruhen: „Damit die Torte auch transportfähig ist.“

Was macht den Reiz aus an diesem besonderen Hobby? Natalia Walfort braucht nicht lange, um darauf zu antworten: „Das Handwerkliche, das Modellieren an sich.“ Sicher bietet ihr das auch einen Kontrast zu ihrem Arbeitsalltag, und genau dieser Unterschied schenkt Natalia Walfort Entspannung durch ihr Tun. Sie kann es nur empfehlen: „Probieren Sie es aus!“ Übrigens: Wer mehr wissen möchte, braucht nur bei Google oder Youtube das entsprechende Stichwort eingeben…

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