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Abiturprüfungen in Werne

Abi – na und? In diesem Jahr ist etwas anders

Werne Für viele Schüler beginnen am Mittwoch, 11. April, die Abiturprüfungen. Nach der ersten Klausur folgen bis Anfang Juni weitere wichtige Wochen. Eigentlich wie gehabt: Aber in Werne gibt es in diesem Jahr eine Premiere.

Abi – na und? In diesem Jahr ist etwas anders

Im Endspurt: Michelle Kozdon schreibt heute ihre erste Abiturprüfung im Fach Biologie. Die Prüfung findet auf Englisch statt. Michelle Kodzon gehört zu den ersten Schülern in Werne, die ein bilinguales Abitur ablegen. Foto: Andrea Wellerdiek

Mit jedem Tag steigt auch die Nervosität. „Erst war ich nicht so nervös, aber das kommt bei mir jetzt etappenweise“, sagt Michelle Kozdon. Auf der Terrasse des Elternhauses lernt die 17-Jährige für die Abiturprüfungen. Ein Ordner, ein Stapel Karteikarten, zwei Bücher und bunte Textmarker liegen vor ihr auf dem Tisch.

Am Mittwoch, 11. April, schreibt Michelle Kozdon ihre erste Abiturprüfung im Fach Biologie. Und das auf Englisch. Sie gehört zu den ersten Schülern in Werne, die ein bilinguales, also zweisprachiges Abitur machen.

Biologie und Erdkunde auf Englisch

Als sie auf das Anne-Frank-Gymnasium wechselte, entschied sie sich in der fünften Klasse für diesen schulischen Werdegang. Seitdem hat Michelle Kozdon die Fächer Biologie und Erdkunde auf Englisch. Ein Fach muss sie mit in die Abiturprüfung nehmen. Es wurde Biologie.

„Mir gelingt es gut, auf Englisch zu lernen. Und viele Fachbegriffe aus der Biologie werden sowieso in englischer Sprache verwendet“, erklärt Kozdon. Evolution, Neurobiologie, Ökologie und Genetik – vier Fachbereiche können in der Klausur heute drankommen.

Keine Angst, aber Respekt vor den Klausuren

Etwa eine Woche lernt sie für jede Prüfung, wobei die letzten drei Tage vor dem Termin intensiver sind. Im „Endspurt“ lernt sie von morgens bis abends – ohne große Pausen, erklärt Kozdon. „Ich habe noch nie so intensiv gelernt wie jetzt“, sagt die Abiturientin.

Nach der ersten Prüfung folgen am 20. April die Englisch- sowie die Deutschklausur, die eine Woche später ansteht. Etwas mehr Zeit hat sie dann für die mündliche Prüfung in Philosophie, die am 4. Juni stattfindet. Das liegt ihr. „Da stehe ich eins“, sagt sie.

Vor den Klausuren hingegen hat sie großen Respekt. „Ich habe schon Angst davor, weil ich meine Stärke im Mündlichen habe. Ich frage mich schon manchmal, was wäre, wenn ich das Thema nicht kann oder etwas vergesse. Man weiß ja nie, ob man gut gelernt hat und was drankommt.“

„Habe im Moment keinen erholsamen Schlaf“

Auch der große Stapel an Material wirkt für Michelle Kozdon manchmal demotivierend, wie sie erzählt. Abends mache sie sich schon Gedanken, ob sie es schafft, alles zu lernen. „Und ich habe im Moment keinen erholsamen Schlaf, weil ich alles noch einmal durchgehe und es in Träumen verarbeite“, sagt sie.

Die 17-Jährige, die gern Englisch und Philosophie auf Lehramt studieren möchte, bereitet sich bewusst allein vor, sie verzichtet auf das Lernen in Gruppen.

Austausch unter den Schülern

Andere Schüler hingegen tauschen sich gern in dieser besonderen Phase aus, wie Anne-Susanne Möllmann-Hay, Beratungslehrerin am St.-Christophorus-Gymnasium, berichtet. „Die Schüler sollten regelmäßig, also jeden Wochentag, etwas machen und sich mit anderen rückversichern“, rät sie.

Und die Schüler sollten frühzeitig mit dem Lernen beginnen, um mögliche Fragen mit den Lehrern zu klären. Das ist nämlich immer nur bis zu den Osterferien erlaubt.

Die mündliche Prüfung simulieren

Im Allgemeinen könne man nicht innerhalb von drei Tagen für eine mündliche Prüfung lernen. Die 46-Jährige erlebt jedoch, dass sehr viele Schüler erst spät anfangen. Um den Nachwuchs auch auf die ungewöhnliche Situation der mündlichen Prüfung vorzubereiten, spielen die Lehrer es mit jedem Schüler durch.

„Durch die Simulation haben die Schüler die Situation mehrfach erlebt. Das ist schon wichtig“, sagt die 46-Jährige. Denn die Nervosität sei in den Abiturprüfungen schon hoch.

„Eine positive Nervosität“

„Die Schüler dürfen aber auch gespannt sein. Es ist auch eine positive Nervosität“, erzählt sie. Vor den Abiturprüfungen habe sie in ihrer bisherigen Tätigkeit als Beratungslehrerin noch nie einen konkreten Beratungsbedarf für die Abiturprüfungen erlebt.

„Was die Schüler umtreibt, wird in den Kursen thematisiert. Von der Prüfungssituation her sind die Schüler deshalb ganz gut abgefedert.“

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