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Auf den Bauch hören

CASTROP-RAUXEL Jede Wahl kann auch eine Qual sein. Welche Schule ist denn nun die richtige für mein Kind? Die, zu der alle wollen, oder die um die Ecke oder die tolle am anderen Ende der Stadt? RN-Redakteurin Wiebke Karla sprach darüber mit Stefan Drewes (Foto), Leiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle Düsseldorf.

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Auf den Bauch hören

Herr Drewes, worauf sollten Eltern bei der Wahl der Schule für die Erstklässler denn nun achten?

Drewes: Die ersten Fragen für Eltern sind: Wie sieht mein Familienalltag aus und welche Lernumgebung benötigt mein Kind? Ist der Besuch der offenen Ganztagsschule sinnvoll, sollte ich mir auch die Konzepte und Angebote am Nachmittag gut anschauen. Mit der wichtigste Punkt aber ist die Tatsache, dass die Einschulung ein bedeutender Schritt in die Selbstständigkeit des Kindes ist. So sollte der Schulweg von den Kindern möglichst sicher und ohne die Eltern zu bewältigen sein. Das stärkt die Persönlichkeit des Kindes. Natürlich gibt es auch Lebenssituationen in Familien, in denen es notwendig ist, das Kind in der Nähe des Arbeitsplatzes einzuschulen. Aber das sollten Ausnahmen bleiben.

Also ist die Schule um die Ecke oder in der Nähe des Arbeitsplatzes zu bevorzugen?

Drewes : Die Schule um die Ecke oder zumindest die selbstständig erreichbare Schule sollte die Regel sein. Es ist für Kinder immens wichtig, selbstständig mit Freunden zur Schule gehen zu können. Kinder wollen groß und selbstständig sein, sie orientieren sich in ihrem direkten Umfeld und Stadtteil. Für ein offenes und kontaktfreudiges Kind ist es auch nicht so entscheidend, ob die Freunde der Kindertagesstätte auch in die gleiche Schule gehen. Sie finden schnell neue Kontakte.

Was ist mit den Schulprogrammen und -konzepten?

Drewes : Eltern sollten sich über die Fördermöglichkeiten und Konzepte der Schulen gut informieren. Oft stehen diese auch im Internet. Aber wichtig sind nicht nur die pädagogischen Konzepte im Rahmen der Offenen Ganztagsschule, sondern auch im Schulalltag. Für das eine begabte Kind können besondere zusätzliche Förderanreize notwendig sein, das andere Kind benötigt mehr Förderunterricht im Schreiben oder Rechnen. Hier kann die Kindertagesstätte meistens gut Auskunft geben, welche Förderanreize ein Kind in der Schule braucht.

Was raten Sie Eltern noch?

Drewes: Nur bedingt auf Spielplatzgespräche von Eltern zu hören. Sie können sich nie sicher sein, dass das Kind die tolle Lehrerin bekommt, von der alle an der einen Schule so schwärmen oder ob diese überhaupt für ihr Kind richtig ist. Informieren Sie sich auf den Internet-Seiten, bei Infoabenden, aber auch auf Schulfesten oder Weihnachtsmärkten der Schulen. Achten Sie dabei auch auf die Atmosphäre einer Schule. Wird hier Freude am Lernen vermittelt, haben die Kinder Erfolge, wird auch für "langsame" Kinder Verständnis gezeigt und ihnen Zeit gelassen? Hören Sie dabei ruhig auch auf Ihren Bauch.

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