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"Erziehung wichtiger als Strafe"

WERNE „In Werne gibt es keine Bande. Hier ist die Welt noch in Ordnung.“ Mit diesen Worten gab Kriminalhauptkommissar Volker Rohden, seit Anfang des Jahres zuständig für kriminelle Jugendliche, Heranwachsende und Kinder, seinen Eindruck über die Jugendkriminalität in Werne vor dem Jugendhilfeausschuss wieder.

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Kriminalhauptkommissar Volker Rohden, polizeiliche Ermittlungstätigkeit im Bereich Kinder, Jugendliche, Heranwachsende stellte zwei Voraussetzungen für Straftaten fest: Gruppen und Alkohol.

„Bandentypische Verabredungen zu Gewalttaten im großen Stil sind in Werne nicht aufgefallen“, so Rohden, der allerdings in vielen Fällen zwei Voraussetzungen für Straftaten feststellte: Gruppe und Alkohol.  „Wenn beides zusammentrifft, dann ist der nächstbeste dran“, so der Kommissar, der sich mit jedem Straffälligen zum persönlichen Gespräch zusammensetzt und hier großen Erfolg erzielt.

Nächtliches Herumtreiben hat zugenommen 

 „Daher ist Erziehung wichtiger als Strafe“, so der Kommissar. „Das nächtliche Herumtreiben von Jugendlichen, teilweise sogar Kinder, hat zugenommen“, berichtete Streetworker Michael Knepper dem Ausschuss. Auch die Stimmung unter Jugendlichen sei gereizter, stellte er fest und sieht eine der Ursachen in der Existenzangst, die bereits junge Menschen plagt.

Um den Kontakt zu Jugendlichen zu behalten, bieten sich die bereits bestehenden Angebote wie der Mitternachtssport oder gemeinsame Ausflüge hervorragend an, verzeichnete Knepper hier große Resonanz.

Wechselhafte Entwicklung der Straftaten

Einen Überblick über die Entwicklung der Straftaten gab Norbert Lutterbeck von der Jugendgerichtshilfe. Bei den abgeschlossenen Fällen (Jugendliche und Heranwachsende, siehe Grafik) verzeichnete das Gericht von 1994 bis 2007 wechselhafte Tendenz: 224 Fälle waren es 1998, 2003 fiel die Kurve auf 147 und 2006 stieg sie wieder auf 198 Fälle an. Projektarbeit Zur Bekämpfung der Straftaten plädiert Lutterbeck für mehr Zusammenarbeit mit Bahn, VKU, Kaufmannschaft und Stadtmarketing. Jugendliche sollten direkt dort ihre Strafe ableisten, wo sie straffällig geworden seien, denkt Lutterbeck hier an entsprechende Graffiti-, Vandalismus-, und Spielplatzprojekte.

„Für Jugendliche müssen Lernfelder geschaffen werden“, plädierte auch Jugendamtsleiterin Elke Kappen für öffentlichen Raum, der von jungen Menschen genutzt werden kann. „Mitten in der Stadt, zentral gelegen“, versprach sie dem Ausschuss, nach einer Lösung zu suchen, die dann auch im Flächennutzungsplan konkret ausgewiesen wird.

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Kriminalhauptkommissar Volker Rohden, polizeiliche Ermittlungstätigkeit im Bereich Kinder, Jugendliche, Heranwachsende stellte zwei Voraussetzungen für Straftaten fest: Gruppen und Alkohol.

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