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Gimatec: Insolvenz wurde verschleppt

Gericht verhängt Geldstrafe gegen Ex-Geschäftsführer

Werne Über Monate hatten die Mitarbeiter der früheren Gimatec Anlagenbau im Gewerbegebiet Wahrbink keinen Lohn bekommen, die beiden Geschäftsführer waren nicht mehr zu erreichen. Nun ist Bewegung in den Fall gekommen.

Gericht verhängt Geldstrafe gegen Ex-Geschäftsführer

Die Insolvenz der Gimatec wurde verschleppt. Foto: Vanessa Trinkwald

Einer der beiden Ex-Geschäftsführer der früheren Gimatec Anlagenbau im Gewerbegebiet Wahrbink ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das bestätigte Jan Schwengers, Pressesprecher des Dortmunder Amtsgerichts, auf Anfrage unserer Redaktion.

Ermittelt hatte die Staatsanwaltschaft Dortmund nach Hinweisen von Mitarbeitern wegen Insolvenzverschleppung und Vorenthaltung von Arbeitsgeld.

Mitarbeiter bekamen kein Geld mehr

Ab Mitte 2016 hatten die Mitarbeiter der Gimatec keinen Lohn mehr bekommen, auch die Geschäftsführung war nicht mehr zu erreichen. Anfang November 2016 erhielten die zehn verbliebenen Angestellten dann ein Schreiben, wonach sie bei der Sozialversicherung abgemeldet seien – ohne jemals eine Kündigung erhalten zu haben.

Den Insolvenzantrag stellte letztlich eine Krankenkasse, die auf Beiträge ihrer Versicherten wartete.

Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro

Ex-Geschäftsführer Thorsten E. muss nun eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen á 15 Euro begleichen – also insgesamt 1200 Euro. Steht das in Relation zu dem Vorwurf, dass die damaligen neuen Eigentümer nur möglichst viel Kapital machen wollten, sie die Insolvenz vielleicht sogar bewusst herbeiführten?

„Das sollte nicht mit dem Schaden verglichen werden, den die Geschäftsführer damals durch ihr Handeln verursacht haben“, sagt Schwengers. Die 15 Euro entsprächen den derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnissen von Thorsten E., die 80 Tagessätze dem „Unrechtsgehalt seiner Handlung“.

Behörden in der Schweiz kontaktiert

Gegen den zweiten ehemaligen Geschäftsführer, Hendrik Erwin H., wird derzeit noch ermittelt – ebenfalls wegen Insolvenzverschleppung. Wie Henner Kruse, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund, mitteilt, konnte der in Zürich lebende H. bis jetzt nicht vernommen werden.

„Wir haben Anfang des Jahres Kontakt mit den Schweizer Behörden aufgenommen“, sagt Kruse. Ob ihn ein ähnliches Strafmaß erwarte, wollte Kruse nicht bestätigen. „Es wird aber in diese Richtung gehen.“

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