Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Handy-Räuber ist seelisch erkrankt

WERNE/LÜNEN Zu einer 14-monatigen Jugendstrafe verurteilte das Jugendschöffengericht in Lünen den 20-jährigen Mehmet B. aus Werne wegen zweifachen Raubes, räuberischer Erpressung, zweifachen Diebstahls und gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung.

Des Weiteren ordnete das Gericht die Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

In mehreren Fällen raubte Mehmet B. teilweise mit bereits abgeurteilten Mittätern am Morgen des 12. August 2006 Handys von jungen Männern oder presste ihnen diese unter Androhung von Gewalt ab. Darüber hinaus verletzte er einige der Opfer durch Tritte und Schläge.

132 Euro vertelefoniert

Er sprach die Opfer an, forderte Geld und Zigaretten oder in einigen Fall sofort das Handy. Rückten sie nichts raus, bedrohte er sie. Einem Zeugen riss er einen Ring aus dem Ohr, als er das Mobiltelefon zurückforderte. In einem Fall vertelefonierte er binnen kürzester Zeit 132 Euro.

Der Angeklagte kündigte zunächst an, „auszupacken“ und „reinen Tisch“ zu machen. Er hatte offensichtlich nur im Sinn, aus der Untersuchungshaft beziehungsweise aus der Forensik in Lippstadt entlassen zu werden. Im Verlauf der Hauptverhandlung hielt er sich aber, was die Straftaten anbelangte, mehr als bedeckt.

Verminderte Zurechnungsfähigkeit

Eine medizinische Sachverständige bescheinigte ihm eine verminderte Zurechnungsfähigkeit infolge einer krankhaften seelischen Störung. Die Straftaten stünden im engen Zusammenhang mit der Erkrankung. Der Angeklagte bedürfe einer längeren stationären Behandlung, da Wiederholungsgefahr gegeben sei. Mit dem Urteil entsprach das Gericht weitgehend dem Antrag des Staatsanwalts.

Der Vorsitzende bezeichnete die Taten des Angeklagten als Kriminalität im ureigensten Sinne. Zum Schutz der Allgemeinheit sei eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus unbedingt erforderlich. Noch während der Urteilsverkündung äußerte der Angeklagte, sich künftig „super“ zu verhalten. Die Unterbringung wird nach Ansicht der Sachverständigen mindestens drei bis vier Jahre dauern.

Anzeige
Anzeige