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Hier lass dich ruhig nieder

WERNE Schon König Artus hat es gewusst: Am runden Tisch redet es sich besser.

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Hier lass dich ruhig nieder

Er hat die richtige Höhe und er lädt zur Kommunikation ein: der über 80 Jahre alte Tisch, den der MGV jetzt dem Stadtmuseum übergab.

Und das dachte sich wohl auch der Männergesangverein , als er am 9. November 1924 seinem damaligen Dirigenten Theodor Schulz zum Namenstag einen runden, massiven Eichentisch schenkte. Einen Hintergedanken hatten die Sänger auch: Theodor Schulz war Gastwirt, ihm gehörte die Gaststätte am Kirchplatz, dem heutigen Pfarrheim St. Christophorus.

Zum Inventar gehörig

Schnell wurde der runde Tisch zum Stammtisch und gehörte bald zum Inventar. Nach dem Tod der Gastwirtin Maria „Mia“ Schulz ging der Tisch wie das Haus in den Besitz der katholischen Kirchengemeinde St. Christophorus über.

Harmonische Einheit

Seit gestern gehört er nun ins und zum Stadtmuseum, Museumsleiterin Heidelore Fertig-Möller begrüßte einige Sangesbrüder zur Übergabe. Für sie ist es ein Glücksfall, denn vor einiger Zeit hatte sie zusammen mit Museumspädagogin Rita Lietz überlegt, die modischen Stehtische im Eingang auszumustern. Da kam ein Anruf von MGV-Sänger Heinrich Tönies: „Kannst du einen runden Tisch brauchen?“ Heidelore Fertig-Möller konnte, und so kam der Kneipentisch ins Museum und bildet mit den Kirchenbänken und der Kanzel im Entrée des Museums eine harmonische Einheit. Es ist, so verweist sie auf die Inventarliste, das Stück mit der Nummer 2500.

Ein Jahr Wartezeit

MGV-Sänger Walter Fögeling hat einen alten Zeitungsausschnitt mitgebracht, er zeigt eine fröhlich zechende Männergesangsrunde im Kolpinghaus, die sich nach einer Chorprobe um eben diesen runden Tisch scharrt und sich zuprostet. In der Zeitung heißt es, dass es die Pfarrei St. Christophorus nicht eilig mit der Herausgabe des guten Stücks hatte. „Ein Jahr habe ich gewartet“, erinnert sich Walter Fögeling.

Erzählende Tafel

Zehn Mann (oder Frau) finden rund um den Tisch Platz, er hat die richtige Höhe zum sich Abstützen, zum Zuhören oder zum Pröhleken halten, bietet genügend Platz für ein Glas oder einen Humpen. Und wenn man genau hinhört, dann fängt der Tisch zu erzählen an, von den großen und den kleinen Dingen, von der großen und kleinen Politik, vom Leben und dem Gesang.

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