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Judenretter: Mut, Risiko und Angst

WERNE Licht in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte möchte Pater Suitbert vom Kapuzinerkloster bringen. Ein Theaterstück, dessen Aufführung er vermittelt hat, befasst sich mit der Rettung von Juden vor den Nazis.

Judenretter: Mut, Risiko und Angst

Pater Suitbert hängt das Plakat, das auf die Theateraufführung am 6. November hinweist, in den Schaukasten des Kapuzinerklosters.

"Schlussklappe - Vom Ende einer langen Nacht" macht die Tat mutiger Menschen aus unserer Umgebung deutlich, die während des genannten Dritten Reiches Juden versteckt haben, so dass sie den Holocaust überlebten. Der Inhaltes des Stückes fußt auf dem Buch "Retter in der Nacht" von Marga Spiegel: Auf fünf Bauernhöfen zwischen Werne, Herbern und Nordkirchen versteckte sich in den Jahren 1943 bis 1945 die jüdische Familie Spiegel, Siegmund mit seiner Frau Marga und die kleine Tochter Karin, auf Bauernhöfen und entkamen so dem Nazi-Terror.

Familien halfen

"Mit viel Mut und Risiko, aber auch großer Angst", so Pater Suitbert, haben fünf Bauersfamilien geholfen: Heinrich und Maria Aschoff aus Herbern, Hubert und Josefine Pentrop aus Nordkirchen, Bernhard und Johanna Sickmann aus Werne, Heinrich und Therese Silkenbömer aus Nordkirchen sowie Hermann und Franziska Südfeld aus Südkirchen.

Diese fünf Familien sind auch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem am "Baum des Lebens" namentlich erwähnt als Menschen, die ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben, um Juden zu retten.

Pater Suitbert hat zufällig Kenntnis davon bekommen, dass das bischöfliche Gymnasium St. Michael in Ahlen diese Thematik in einem Theater-Projekt aufgegriffen hat. Im Frühjahr brachte die Film-Theater-AG der Schule das Stück auf die Bühne.

Aufführung in Werne

"Das muss auch in Werne laufen", forderte Pater Suitbert die Ahlener zu einem Abstecher nach Werne auf. Mit Erfolg: Am Dienstag, 6. November, - drei Tage vor dem Gedenktag zur Reichspogromnacht - wird das Stück in der Aula des Gymnasiums St. Christophorus aufgeführt.

Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 5 oder 3 Euro jeweils für Erwachsene oder Schüler.

Nach der Vorlage von Marga Spiegels Buch "Retter in der Nacht" hat der Auschwitz-Überlebende Imo Moszkowicz vor 20 Jahren ein Drehbuch geschrieben, das in diesem Herbst verfilmt werden sollte. Dieses Vorhaben hat sich zumindest verzögert. Laut Pater Suitbert beabsichtigt jetzt der WDR, das Thema zu verfilmen, und zwar im Frühjahr 2008. Pater Suitbert ist gebeten worden, nach geeigneten Bauernhöfen in Werne und Umgebung Ausschau zu halten.

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