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Keine Chance für Gewalt

WERNE Gewalt an Schulen ist in den letzten Jahren zu einem großen Problem geworden. Die Klasse 7b der Konrad-Adenauer-Realschule hat sich dieser Problematik spielerisch genähert. Um genauer zu sein: schauspielerisch.

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Die "Eisdielen-Szene": Von ihren Mitschülern fertig gemacht, bricht die Außenseiterin weinend zusammen.

Theater-Pädagoge Gerry Sheridan gab an der Konrad-Adenauer Realschule einen vierwöchigen Kurs zum Thema Gewalt-Prävention.

Vier Wochen war Theater-Pädagoge Gerry Sheridan aus Münster im Rahmen des Projektes "Schule und Kultur" des NRW-Schulministeriums zu Gast bei der 7b. Seine Aufgabe: Sensibilisierung. Zum einen für die Schauspielerei, zum anderen für das Thema Außenseitertum, Mobbing, Gewalt. Gestern stellten die 20 Schüler das Ergebnis vor.

"Am Anfang haben wir gedacht, was soll das, was sind das für komische Übungen", berichten Destan Uslubas und Daniel Cieplik in ihrer Anmoderation für die Mitschüler in der voll besetzten Aula der Realschule. Die 20 Schüler der 7b hatten vier kleine Szenen im Repertoire. Von ihnen selbst erdacht und getextet - und manchmal auch ungewollt improvisiert.    

Was mache ich?

"Was mache ich, was tun die Anderen", ist die Fragestellung. Immer geht es um die Gruppe, die einen Einzelnen angreift: Mal wird hinten herum gelästert, mal wird er verbal "fertig gemacht", teilweise gehen die Kids sogar mit körperlicher Gewalt vor - bühnenreif, versteht sich.

Der Schauspiel-Kurs hat sich gelohnt. "Die Schüler haben viel gelernt in der kurzen Zeit. Sie haben ihre Wahrnehmung geschult, ihre Sinne geschärft. Und sie haben den Mut bewiesen, vor so einem großen Publikum aufzutreten", sagt Sheridan.

Dass er etwas von der Materie versteht, hat der Schauspieler und Regisseur unlängst beim "Diner Surprise" des "Kukaduh" Ascheberg-Herbern bewiesen, als er mit seinem Comedy-Partner Klaus Renzel als schusseliges Kellner-Duo für Lachsalven sorgte. Seit den 1990-er Jahren ist Sheridan auch engagiert im "Verein für kreative Medien und interkulturelle Pädagogik" mit Schwerpunkt Gewalt-Prävention.

Zusammengerückt

"Wir sind als Klasse viel enger zusammengerückt", berichten die Schüler über das Projekt. Bei den Proben habe man sich schon blöd gefühlt als Außenseiter. Sie haben es am eigenen Leib gespürt wie es ist, nicht dazu zu gehören - auch wenn es nur gespielt war. Sie haben sich vorgenommen, auf jegliche Art von Gewalt zu verzichten. Das freut insbesondere ihre Klassenlehrerin Susanne Schuppert: "Anfangs waren die Schüler skeptisch. Ich bin stolz, dass sie es so gut hingekriegt haben." 

  

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Die "Eisdielen-Szene": Von ihren Mitschülern fertig gemacht, bricht die Außenseiterin weinend zusammen.

Theater-Pädagoge Gerry Sheridan gab an der Konrad-Adenauer Realschule einen vierwöchigen Kurs zum Thema Gewalt-Prävention.

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