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"KiBiz" - nur wenige finden Gesetz lustig

WERNE Wirklich nett klingt die Abkürzung "KiBiz" für das neue NRW-Kinderbildungsgesetz. Viele Eltern, Erzieher, Verbände finden die Pläne aber keineswegs lustig und lehnen sie strikt ab. Jugendamtsleiterin Elke Kappen indes bleibt (vorerst) gelassen.

"KiBiz" - nur wenige finden Gesetz lustig

Die Qualität der Kindergärten soll unter KiBiz nicht leiden.

"Ich warte erste einmal ab, bis das Gesetz verabschiedet ist und die Ausführungsbestimmungen hier eingetroffen sind. Bis dahin wird sich an dem Gesetzesentwurf sicher noch einiges ändern", sagt Kappen; erst dann will sie ganz konkret in die künftige Kindergartenplanung für die Stadt gehen. Natürlich hat Kappen aber längst eine Meinung zu dem Gesetz und sieht auch einige Probleme.

Kindergartenfinanzierung aufstocken

Da ist zum Beispiel die finanzielle Seite: So hat der Jugendhilfeausschuss trotz der aus dem Gesetz resultierenden Mehrbelastungen beschlossen, die Elternbeiträge zunächst einmal auf dem jetzigen Stand einzufrieren, während andere Städte sie um bis zu 30 Prozent erhöhen. Nach den Berechnungen Kappens muss die Stadt deshalb ihren Anteil an der Kindergartenfinanzierung um 120 000 Euro pro Jahr aufstocken.

Dann ist das noch die organisatorische Seite, die den Verantwortlichen in den Kindergärten und der Jugendamtsleiterin noch einige Rätsel aufgeben. "Eltern sollen in Zukunft wählen können, ob sie ihre Kinder 25, 35 oder 45 Stunden in den Kindergarten schicken", erläutert Elke Kappen. Außerdem soll es drei Gruppenarten geben: die klassische Kindergartengruppe, 20-Kinder-Gruppen - darunter auch unter Dreijährige (U 3) sowie reine U-3-Gruppen. "Es gibt also insgesamt neun Gruppenformen", so Kappen, "ich frage mich, wie man das zur Zufriedenheit aller organisieren soll." Denn: Auch die Wohnortnähe soll erhalten bleiben, so dass eigentlich jede Einrichtung alle neun Gruppenformen anbieten müsste.

Höchste Flexibilität gefordert

Und schließlich, erklärt Kappen weiter, fordert das neue Gesetz höchste Flexibilität insbesondere von den Erzieherinnen und Erziehern. Für die Jugendamtsleiterin ist die Befürchtung der Erzieherverbände, dass ein Teil der Mitarbeiter in die Teilzeitarbeit gezwungen werden könnte - je nach dem, welche Gruppenform die Eltern wählen.

Zudem stellt sich für Kappen die Frage, was passiert, wenn eine Mutter mit Halbtagsjob eine Vollzeitstelle annimmt, kann ihr Kind dann z.B. von der 25- in die 45-Stundengruppe wechseln? Was ist, wenn ein Kind vom Förderungsbedarf her eigentlich in eine 45-Stunde-Gruppe müsste, die Eltern dies aber nicht bezahlen können? "Das alles", sagt Kappen, "muss bei der weiteren Diskussion noch geklärt werden." Ganz wichtig ist für Elke Kappen im Übrigen ein weiterer Aspekt: "Bei aller Flexibilität darf auf keinen Fall die Qualität der Kindergärten leiden."

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