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Krankhaft blauer Zungenschlag

WERNE "35 Betriebe sind in Werne von der Blauzungenkrankheit betroffen", teilte der Kreis Unna auf Anfrage der Ruhr Nachrichten mit. Erst in den letzten Monaten trat die Viruserkrankung auch im Kreis Unna und Werne verstärkt auf.

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Krankhaft blauer Zungenschlag

Von der Blauzungenkrankheit sind meist Schafe betroffen.

Sie wird von kleinen, Blut saugenden Mücken, so genannten Gnitzen, übertragen. "Das feuchtwarme Wetter Ende August, Anfang September begünstigte offensichtlich die Ausbreitung", erläuterte Dr. Tobias Kirschner vom Kreis Unna. Im Kreis und der Stadt Hamm wurden 204 Betriebe registriert, in Nordrhein-Westfalen 7952 und in ganz Deutschland 13 698Kein Impfstoff - Erkrankung tödlich

Von der Blauzungenkrankheit sind Wiederkäuer, hauptsächlich Schafe aber auch andere Tiere wie Rinder, Ziegen, Rehe oder Hirsche befallen. Da es bislang keinen Impfstoff gegen den Virus gibt, führe die Erkrankung unweigerlich zum Tod der Tiere, so Dr. Kirschner und rät nur jedem betroffenen Tierhalter, die Seuche bei der Behörde zu melden und damit Ersatzansprüche gegenüber der Tierseuchenkasse geltend machen zu können. 24 Stunden am Tag steht das Veterinäramt per Handy in Bereitschaft und mit den Tierärzten in Verbindung. "Bei schweren Fällen raten wir zum Einschläfern der Tiere", so führe die Erkrankung durch Anschwellen der Schleimhäute zum Erstickungstod.

Finanzieller Ruin droht

Bislang stehen die Tierhalter bei der Erkrankung, die aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden nach Deutschland übergriff, vor einem Rätsel: "Warum ist die eine Herde stärker als die andere betroffen", fragt sich auch Ortslandwirt Egbert Ortmann und beobachtete auch in Werne das Fortschreiten der Erkrankung. "Zur Bekämpfung seien einige Landwirte dazu übergegangen, ihre Tiere mit Insektiziden einzureiben", berichtet Ortmann und setzt seine Hoffnung darauf, dass bald ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht. In Aussicht gestellt wurde er für die erste Jahreshälfte 2008. "Ohne Impfstoff droht den Schäfern der Ruin", ist Ortmann überzeugt.

Ausmaß noch nicht absehbar

Die Anzahl der verendeten Tiere in Werne lässt sich bislang nicht feststellen. So ist das Veterinäramt des Kreises Unna noch mit der Bearbeitung der Entschädigungsanträge beschäftigt und arbeite sich hier Ortschaft für Ortschaft durch.

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