Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Kapuzinerkloster

Neuzugang Bruder Ferdinand stellt sich Herausforderungen

WERNE Er ist zwar erst ein paar Tage da. Aber irgendwie gehört Ferdinand Wessenbom, als Bruder im Werner Kapuziner-Kloster neu, schon zum Stadtbild.

Anzeige
Neuzugang Bruder Ferdinand stellt sich Herausforderungen

Ferdinand Wessenbom hat sein Leben als Kapuziner-Bruder in einem Büchlein Revue passieren lassen.

 

Kontakt mit den Wernern hat er reichlich, wenn er so durch die Stadt spaziert. Die Werner mögen die Kapuzinerbrüder. Sie werden auch Bruder Ferdinand mögen.

Und er bringt auch gleich ein Büchlein mit, das er geschrieben hat. "Zum Werden berufen - Ein erfülltes Kapuzinerleben" lautet der Titel. Er ist Programm. Denn einer der Leitsätze Bruder Ferdinands heißt "Immer werden und niemals sein" und stammt von Jan Paul Sartre.Nie stehen bleiben

Nie stehen bleiben, sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen: Das ist das Drehbuch für das Leben Bruder Ferdinands. Kapitelweise zu lesen in seinem Buch. Noch viel schöner ist es aber, sich sein Leben erzählen zu lassen. Und zwar am besten vom 74-Jährigen selbst.

"Ich komme aus Glabotki", stellt er sich vor. Gladbeck-Bottrop-Kirchhellen: Dort - genauer in Bottrop-Grafenwald - ist er geboren (16.12.1936) und aufgewachsen. Die Kurzfassung: Volksschulbesuch, Gymnasium, zwischenzeitlich Kontakt mit den Kapuzinern, die in der Gemeinde aushelfen. Den Ausschlag, in den Kapuzinerorden eintreten zu wollen, habe Franz von Assisi gegeben: "Er wollte das Evangelium leben, das will ich auch."Beratungsstelle geleitet

Hat er auch: Zum Beispiel in Deggingen, wo er - studierter Psychologe - eine Beratungsstelle leitete. "Für von Geistlichen Missbrauchte", sagt Bruder Ferdinand. Und seine sonst so verschmitzt lächelnden Augen sind auf einmal traurig. Das Leid der Opfer spiegelt sich in ihnen.

Die Beratungsstelle leitete er bis zu dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass er nach Werne wechseln kann. "Werne war ein Wunsch von mir." Zwei Schwestern und eine Schwägerin leben noch in Bottrop. "Da ist der Weg zu ihnen von Werne aus nicht so weit." Zur Lippestadt hat er aber noch eine ganz besondere Beziehung. Der vor kurzem verstorbene Pater Suitbert Telgmann war ein langjähriger Wegbegleiter: "Ich bin mit ihm ins Internat gegangen." Eine Selbstverständlichkeit, dass er auf Suitberts Beerdigung war. Schön, in Werne auf Suitberts Spuren zu wandeln.

"Zum Werden berufen", erschienen im Haag + Herchen Verlag; ISBN-Nummer 978-3-89846-617-2; 14 Euro.

Anzeige
Anzeige