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Noch ein Fall: Und wieder sahen Passanten weg

WERNE Die Misshandlung des 13-jährigen Jungen am Samstag mitten in der Fußgängerzone und die unterlassene Hilfeleistung durch Passanten war kein Einzelfall. Noch ein Weiterer wurde verprügelt - wieder habe niemand eingegriffen.

Noch ein Fall: Und wieder sahen Passanten weg

Wie eine weitere Mutter (Name ist der Redaktion bekannt) berichtete, wurde auch ihr Sohn am Samstag Opfer der vierköpfigen Kinder- und Jugendbande. Dies bestätigte - erst gestern - die Pressestelle der Kreispolizeibehörde.

Demnach hat sich dieser Vorfall gegen 18 Uhr, also lediglich wenige Minuten nach dem ersten, ereignet.

10- bis 14-jährige Täter

Offensichtlich sind die vier 10- bis 14-Jährigen, nachdem ihr erstes Opfer Zuflucht im Café Telgmann gefunden hatte, in Richtung Moormannplatz gelaufen. Dort trafen sie auf einen Elfjährigen, der eigentlich nur ein Eis essen wollte.

"Nach dem selben Strickmuster", so Polizeisprecher Martin Volkmer, habe die Bande den Jungen angesprochen, beleidigt, getreten und geschlagen. Allerdings sei diesem Jungen - im Gegensatz zum ersten Fall - von einem Erwachsenen geholfen worden.

Mutter widerspricht der Aussage der Polizei

Dem widerspricht jedoch die Mutter. Nach Aussage ihres Sohnes habe ein "älterer Kumpel" der Vier irgendwann gesagt, es sei genug, sie sollten jetzt aufhören. Danach hätten sie sich in Richtung Busbahnhof bewegt.

Von Hilfe könne jedenfalls keine Rede sein, klagt die Frau: "Es haben alle möglichen Leute gesehen, was sich da abspielt, aber keiner hat sich drum gekümmert." Der Junge ist körperlich "nur" leicht verletzt, "aber es hat ihn seelisch fürchterlich mitgenommen. Er hat jetzt massive Angst, in die Stadt zu gehen", sagt seine Mutter.

Inzwischen haben sich das Jugendamt und der Opferschutz eingeschaltet. Jugendamtsleiterin Elke Kappen: "Wenn Kindern so etwas passiert, dann ist das nicht leicht zu verkraften." Deshalb wolle sie mit den Familien Kontakt aufnehmen.

Hat es den Passanten an Zivilcourage gemangelt? Fühlen Sie sich noch sicher in der Werner Innenstadt? Diskutieren Sie mit!

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