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Zu viel Müll an der Sekundarschule

Schule verbannt Caprisonne und Süßigkeiten aus dem Bistro

Werne Seit einem halben Jahr hat die Marga-Spiegel-Sekundarschule in Werne ein Problem mit der Abfallentsorgung. In der Aula der Schule ist es besonders schlimm. Eine Idee soll nun Abhilfe schaffen.

Schule verbannt Caprisonne und Süßigkeiten aus dem Bistro

Nadim Al-Madani, der stellvertretende Schulleiter der Marga-Spiegel-Sekundarschule, beim Müllsammeln. Foto: Andrea Wellerdiek

Nach jeder Pause zeigt sich das Problem, das die Marga-Spiegel-Sekundarschule in Werne seit gut einem halben Jahr beschäftigt. Wenn die Schüler zurück in ihre Klassen gehen, bleibt in der Aula nur eins zurück: Müll. Nun soll ein neues Konzept für Abhilfe sorgen. „Wir haben es erkannt und tun etwas. Ich bin mir sicher, dass wir das Problem in den Griff bekommen“, sagt der stellvertretende Schulleiter Nadim Al-Madani.

Eigentlich kennen sich die Schüler schon gut aus mit den Themen Müll und Recycling. „Sie bringen Vorwissen aus der Grundschule oder ihrem Elternhaus mit“, sagt Al-Madani. Und das vertiefen sie im Unterricht.

„Der Besuch ist schockierend“

Recycling, Müll als Rohstoff und die Verschmutzung der Weltmeere – in der sechsten Klasse gibt es eine mehrwöchige Unterrichtsreihe zum Thema Müll. Zum Abschluss besuchen die Schüler mit ihren Lehrern das Kompostierwerk in Fröndenberg oder die Müllverbrennungsanlage in Hamm. „Der Besuch dort ist durchaus schockierend. Dabei geht es auch um das Thema Leben auf einer Mülldeponie in Thailand. Da wird den Kindern bewusst, was Müll für Umweltkonsequenzen haben kann“, sagt Al-Madani.

Soweit die Theorie. Doch die in die Praxis umzusetzen, fällt nicht jedem Kind leicht. Das zeigt ein Blick in die Aula nach jeder Pause: Papierkugeln und -schnipsel, Plastik von einem Schokoriegel oder leere Getränkepäckchen liegen auf dem Fußboden – oder direkt neben dem Mülleimer.

Caprisonne und Süßigkeiten tabu

Genügend Möglichkeiten, den Abfall zu entsorgen, gibt es. An jeder Tür steht mindestens ein Plastik-Mülleimer auf dem Boden. Das sei ein Problem, das Al-Madani ausmacht. „Die Mülleimer müssten eigentlich auf Hüfthöhe an der Wand hängen“, sagt der 42-Jährige. Dann könnten die Schüler sie auch nicht umstoßen. Ein entsprechender Antrag liegt bei der Stadt bereits vor und Al-Madani sei zuversichtlich, dass es bald neue, fest verankerte Mülltonnen an den Wänden gäbe.

Einen Schritt weiter sind die Verantwortlichen da schon bei Punkt zwei des Müllkonzepts. „In unserem Bistro verkaufen wir auch Dinge, die viel Müll verursachen“, sagt der stellvertretende Schulleiter und zeigt auf eine Caprisonne in der Vitrine. Die und andere Getränke sowie Süßigkeiten, die viel Verpackungsmüll verursachen, gibt es nach den Osterferien nicht mehr, sagt Al-Madani. Der Cateringservice stellt seine Lieferung nun um.

Wo es grundsätzlich weniger Verpackungsmaterial gibt, da landet auch weniger auf dem Boden, so die Devise. Doch auch der Pausensnack, den die Schüler von zu Hause mitbringen, kann für viel Müll sorgen. Deshalb ist der dritte Ansatz des Konzepts wohl der wichtigste.

„Die Schule gehört uns allen“

Die Schüler sollen sensibler mit dem Thema umgehen. Deshalb werden die Lehrer einen Wertekanon mit dem Nachwuchs besprechen. „Diese Schule gehört uns allen und wir wollen, dass sie sauber ist und sie erhaltenswert bleibt. Eine vermüllte Aula gehört nicht dazu“, sagt Al-Madani.

Die Kinder sollen sich demnach untereinander darauf aufmerksam machen, den Müll nicht auf den Boden zu werfen. „Das funktioniert auch in den Klassen schon sehr gut, wenn sich die Kinder gegenseitig ermahnen, ruhiger zu sein.“ Doch auch sich selbst und die anderen Lehrer sieht Al-Madani in der Pflicht. Natürlich ermahnen sie die Kinder, wenn ein Papier neben den Eimer fliegt und liegen bleibt, doch auch zehn Aufsichtspersonen können bei mehr als 900 Schülern nicht alles sehen.

Nun sind also die Kinder selbst gefragt – vielleicht als „Müll-Polizei“, wie es Al-Madani nennt. Einen Anfang machen die Sechstklässler am Donnerstag. Dann nehmen sie bei „Werne putzt sich raus“ teil und machen ihren Schulweg sauber. Und danach ist vielleicht die Aula dran.

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