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Royal Lion: Ermittlungen gegen Mo Idrissou

Staatsanwaltschaft Dortmund hat Royal Lion im Visier

Werne Die Boutique „Royal Lion“ in Werne ist in diesen Tagen – mal wieder – geschlossen. Ob sie überhaupt noch einmal öffnet, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Geschäftsführer und Ex-Fußball-Profi Mohammadou „Mo“ Idrissou.

Staatsanwaltschaft Dortmund hat Royal Lion im Visier

Die Boutique Royal Lion an der Straße Markt/Ecke Bonenstraße hat geschlossen. Laut Aushang wegen Krankheit. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt wegen Insolvenzverschleppung. Foto: Jörg Heckenkamp

Böse Zungen würden behaupten, sie hätten es kommen sehen: Vor nicht einmal einem Jahr eröffnete die selbst ernannte Edel-Boutique „Royal Lion“ an der Straße Markt/Ecke Bonenstraße.

Zum Auto- und Modefrühling am 1. und 2. April 2017 stieß der Laden im ehemaligen Wäschehaus Kroes auf bemerkenswertes Interesse: Mit rotem Teppich und lässiger Musik begrüßten die Inhaber Jan Schick, Michel Mazucco und Mo Idrissou Modefans aus Werne und den umliegenden Städten.

Von diesem so euphorisch gestarteten Trio („Wir haben das Ganze hier binnen zwei Monaten auf die Beine gestellt“) ist knapp zwölf Monate später nur noch Fußballspieler Mo Idrissou übrig – und gegen ihn ermittelt seit Freitag vergangener Woche die Dortmunder Staatsanwaltschaft. Zum Auto- und Modefrühling am 7. und 8. April dürften die Türen geschlossen bleiben.

Erste Zwangspause im August 2017

Ist das Abenteuer Edelboutique in Werne schon wieder passé? Diese Frage stellte sich zwischendurch immer wieder – erstmals Mitte August, als Mo Idrissou das bis dato laufende Personalmodell (zwei Teilzeitkräfte) für gescheitert erklärte und während der Suche nach einer neuen Vollzeitkraft eine Zwangspause einlegen musste. „Da ist viel schiefgelaufen“, sagte der ehemalige Fußball-Profi (SC Freiburg, Borussia Mönchengladbach, 1. FC Kaiserslautern) damals gegenüber unserer Redaktion.

Den ursprünglich zum Leitungsteam zählenden Designer Jan Schick hatte man da schon ausbezahlt – es gab Probleme wegen der Verwendung eines Logos, für das Schick keine Rechte besaß. „Das erste Mal, dass ich wegen dieser Sache Kopfschmerzen hatte“, sagte Idrissou Mitte August 2017.

Das zweite Mal kamen die Kopfschmerzen mit dem Ausstieg Michel Mazuccos. Trotzdem sprach der Ex-Fußball-Profi von neuen Plänen und sogar mehr Fläche, die er anmieten wollte.

Verdacht auf Insolvenzverschleppung

Nun dürfte Idrissou wieder Kopfschmerzen haben. Seit dem 16. März 2018 ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund gegen ihn. Wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und der Veruntreuung und Vorenthaltung von Arbeitsentgelt, wie Henner Kruse, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund, am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte.

Wer den Insolvenzantrag gegen die Royal Lion GmbH gestellt hat, ist nicht klar, wohl aber gebe es Anhaltspunkte, dass Mohammadou Idrissou schon frühzeitig von einer drohenden Insolvenz gewusst habe.

Noch im Januar dieses Jahres wollte er von einer Schließung seines Ladens nichts wissen, dementierte Gerüchte, die im Internet kursierten. Auch zu diesem Zeitpunkt hatte der Laden geschlossen, Idrissou war nach eigener Aussage (mal wieder) auf der Suche nach einer neuen Mitarbeiterin.

Ex-Fußball-Profi spielt wieder in Österreich

„Ich will nicht mehr Fußball spielen. Geld hab’ ich. Mode ist die Zukunft“, hatte der 38-Jährige noch vor der Eröffnung von „Royal Lion“ gegenüber einer Boulevardzeitung erwähnt. Mittlerweile aber spielt der Kameruner wieder Fußball – beim österreichischen Viertligisten ÖTSU Hallein. Es ist der 14. Verein seiner Karriere.

Wie es mit der Mode und seiner Boutique in Werne weitergeht („Ich wusste nicht, dass Werne so schön ist. Für ein gutes Konzept kommen die Leute von überall hierher“) ist derzeit noch unklar.

An der Tür des Ladens hängt nur ein weißer Zettel: „Wegen Krankheit bleibt die Boutique heute geschlossen!“

Staatsanwaltschaft Dortmund hat Royal Lion im Visier

Die Boutique Royal Lion am 21. März 2018. Foto: Jörg Heckenkamp

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