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Schauspieler Sabin Tambrea in Werne

Tatort-Darsteller liest beim Schumann-Projekt

Werne Musik trifft Lesung – das steckt hinter dem sechsten Konzertabend der Musikfreunde Werne im Alten Rathaus. Mit dabei ist am Donnerstag (15. März, 20 Uhr) Schauspieler Sabin Tambrea, den man aus dem Tatort kennt. Für ihn ist „Das Schumann Projekt“ eine Herzensangelegenheit. Warum, verrät er im Interview.

Tatort-Darsteller liest beim Schumann-Projekt

Sabin Tambrea ist am Donnerstagabend in Werne zu Gast. Der 33-jährige Schauspieler wirkt mit bei „Das Schumann Projekt“. Foto: dpa

Das Ehepaar Clara und Robert Schumann hatte eine ganz besondere Beziehung. Regelmäßig hielten sie ihren Alltag in Tagebüchern fest. Diese lesen die Schauspieler Alice Dwyer und Sabin Tambrea am Donnerstagabend bei dem Konzertabend „Das Schumann Projekt“ im Bürgersaal des Alten Rathauses vor. Der 33-jährige Sabin Tambrea, der unter anderem im ARD-Tatort und der ZDF-Serie „Ku’damm 56“ Hauptrollen gespielt hat, spricht über das Projekt, das eine Herzensangelegenheit ist.

Wie ist die Idee zu „Das Schumann Projekt“ entstanden?

Die Idee ist mit meiner Schwester Alina Armonas entstanden. Sie ist Violinistin beim Guadagnini Trio. Damit ist das Projekt auch ein kleines Familienunterfangen. Ich komme ja aus einer Musikerfamilie. Früher gab es bei uns aber nicht das romantische Bild, dass man Weihnachten gemeinsam Lieder singt. Wir waren alle immer ganz froh, wenn wir die Instrumente zur Seite legen konnten. Aber heute freue ich mich sehr, endlich wieder mit meiner Schwester auf der Bühne stehen zu können.

Die Tagebücher der Schumanns sind von historischer Bedeutung. Wie haben Sie sich damit vorbereitet?

Wir haben etwa 30 bis 40 Stunden gelesen. Wir mussten uns tief in das Thema eingraben. Dabei ist vor allem die Verbindung des Ehepaars zueinander sehr interessant als auch die gesellschaftliche Rolle der Frau. Neben der Hausarbeit konnte sich Clara Schumann auch musikalisch betätigen. Das war damals schon ein modernes Ehepaar.

Robert Schumann galt als schizophren. Sie als Schauspieler verkörpern oft Personen, die schizophrene Züge haben. Was ist für Sie als Schauspieler dennoch anders bei einer Lesung?

Das ist eine besondere Situation. Bei Lesungen herrschen ganz andere Gesetze. Es geht darum, einen Text anzubieten, ohne ihn zu färben. Man muss die Geschwindigkeit herausnehmen, damit jeder Satz entstehen kann. Umso objektiver das gelingt, umso subjektiver können die Zuhörer ihn annehmen.

Was erhoffen Sie sich von dem Abend im Bürgersaal?

Meine Hoffnung ist, dass die Zuschauer durch das Vorlesen der Tagebücher mit einer neuen Dimension der Musik zuhören können. Wenn man den Hintergrund der Tagebücher kennt, hört man anders zu.

Sie haben selbst mit vier Jahren mit dem Geigespielen angefangen. Warum haben Sie sich im Erwachsenenalter für die Schauspielerei entschieden?

Ich hatte sehr lange den Wunsch, Musiker zu werden. Es war irgendwann voraussehbar, dass ich auf der Bühne stehen werde – die Frage war nur, ob mit oder ohne Instrument. Aber irgendwann musste ich mich entscheiden, womit ich mich wohler fühle. Es fühlt sich richtiger an, ohne ein Instrument auf der Bühne zu stehen. Ich bin lieber abhängig von meiner Gestaltungsmöglichkeit als Schauspieler. Als Musiker ist man abhängig von seiner Übung. Aber jetzt ist es natürlich wunderbar, beide Berufe miteinander zu verbinden.

Für das Kammerkonzert im Bürgersaal des Alten Rathauses am Markt gibt es noch Karten an der Abendkasse. Eine Karte kostet 20 Euro.

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