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Selbst gebackene Kuchen in der Kritik

Wenn die Sahne kippt

Werne Aus Hygienegründen stehen selbst gebackene Kuchen in der Kritik. Manche Einrichtungen setzen daher auf gekauften Kuchen. Davon wiederum rät eine Expertin ab – aus erzieherischen Gründen. Wie sieht es bei den Vereinen und Kitas in Werne aus?

Wenn die Sahne kippt

Beliebt ist das Kuchenbüfett des Karnevalsvereins Gelb-Blau beim Kurkonzert am Gradierwerk. Zur Kühlung liegen die selbst gebackenen Kuchen auf Tortenplatten mit Kühl-Akkus. Foto: Louisa Neupert

Selbst gemachte Sahnetorten sind größtenteils vom Kuchen-Büfett verschwunden. Zu riskant ist es den Veranstaltern, dass Kühlketten nicht eingehalten werden und die Sahne verdirbt.

Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes verzichtet beispielsweise bei seinen Blutspendeaktionen generell auf selbst gebackene Kuchen. „Das machen wir schon lange so“, sagt Andrea Beier vom DRK-Ortsverein auf Anfrage. Nur für den Eigenverzehr der Helfer backe man selbst. Die Rotkreuzler, die hinter der Theke stehen, unterziehen sich jährlich einer Hygieneunterweisung.

Kuchen auf Kühl-Akkus

Dabei sind selbst gebackene Kuchen ein einträgliches Geschäft, erinnert sich Ehemann Hans Beier von der KAB St. Barbara/St. Johannes an die Kuchenspenden zu Rosenmontag. „Pro Torte konnten wir zwölf Euro Reingewinn erzielen.“

Das Kuchenbüfett des Karnevalsvereins Gelb-Blau, seit Jahren beliebt beim Kurkonzert am Gradierwerk, besteht zur Hälfte aus eigenen Torten. „Und die andere Hälfte wird zugekauft“, sagt die zweite Vorsitzende Bianca Emkic. Mit dem Erlös finanziert der Verein unter anderem den Wagenbau für den Rosenmontagsumzug. Die Kuchen platzieren die Karnevalisten auf mit Kühl-Akkus gefüllten Tortenplatten.

Flüssige Eier aus dem Tetrapack

Eine kleine Umfrage unserer Zeitung bei den Werner Kitas ergab, dass man auf die Kuchen aus Mutters Küche auch weiterhin nicht verzichten möchte, dafür aber Einschränkungen in Kauf nimmt.

„Es gibt doch nichts Besseres, als einen selbst gebackenen Kuchen“, sagt Ulrike Plutat, Leiterin der Kita Arche Noah, auf Anfrage. Aber es gibt Vorschriften. „Da der Teig beim Waffelbacken nicht ganz durchgebacken ist, müssen wir flüssige Eier aus dem Tetrapack verwenden“, so erhielt sie eine Anweisung des Trägers, dem Kirchenkreis Hamm.

„Wer einen Kuchen mitbringt, muss aufschreiben, was drin ist“

Die Kindertageseinrichtung Kunterbunt verzichtet aus Hygienegründen bei ihren Festen ganz auf Sahnetorten und wegen der Salmonellengefahr auch auf frische Speisen mit Eiern. „Wir kennen den Werdegang nicht und wissen nicht, ob die Kühlkette eingehalten worden ist“, sagt Kita-Leiterin Silke Wittchen.

Eine besondere Auflistung der Zutaten fordert die Kita St. Marien Horst. „Wer einen Kuchen mitbringt, muss aufschreiben, was drin ist“, sagt Kita-Leiterin Britta Lerche. Sie hat ebenfalls Sahnetorten vom Büfett verbannt und fährt mit trockenen Kuchen wie Muffins und Marmorkuchen am besten. „Die sind bei Kindern immer sehr beliebt“, sagt sie.

Wo bleibt der pädagogische Effekt?

Von einem Verbot der ehrenamtlichen Kuchenspenden, wie es in manchen Kommunen schon praktiziert wird, hält Dr. Anja Dirksen nichts. Die Sachgebietsleiterin des Veterinärwesens und der Lebensmittelüberwachung des Kreises Unna sieht in der handgemachten Torte einen erzieherischen Effekt: „Kinder sollen lernen, wie Essen entsteht“, sagt sie. „Wir stehen den Einrichtungen daher begleitend und beratend zur Seite.“

Auf jeden Fall sollten die Helfer immer auf saubere Hände achten und eine Schutzkleidung tragen, empfiehlt sie.

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