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Den Namen Getränke Robers gibt es bald nicht mehr

mlzRadeberger Gruppe

Familienunternehmen gibt nach zwei Jahren unter dem Dach der Radeberger Gruppe den eigenen Namen auf. Für die Kunden soll sich nichts ändern.

Südlohn

, 10.10.2018 / Lesedauer: 4 min

Emotionen schwingen schon mit: Michael Robers ist natürlich etwas traurig, dass demnächst der Namenszug seiner Familie vom Geschäft an der Ramsdorfer Straße verschwindet. Schließlich ist der heute 46-Jährige in dem Getränkevertrieb unterwegs, seit er Dreirad fahren kann, sagt er selbst. Mit 23 stieg er dann richtig in den elterlichen Betrieb ein. Doch nun wird der Firmenname nach 96 Jahren abgelegt.

Die Namen Getränke Adick und Getränke Weidlich ersetzen in den kommenden Wochen den Namen Robers an der Fassade. Die neuen Schilder sind schon bestellt, aber noch nicht geliefert.

Den Namen Getränke Robers gibt es bald nicht mehr

Anettes Weindepot, mit der Spezialisierung auf besondere Weine und Präsente, wird fortgeführt. Anette Robers, Daniela Robers und Anja Frechen (v.l.) kümmern sich dort um die Kundenwünsche. © Stephan Teine

Schon seit Januar 2017 gehört das Familienunternehmen aus Südlohn zur Radeberger-Gruppe. „Wir haben den Namen dann aber noch weitergeführt“, erklärt Michael Robers. Das ist nun vorbei. Mit der Umbenennung folgt auch eine klare Aufteilung des Geschäfts: Den Einzelhandel hat bereits im vergangenen August Getränke Adick aus Münster übernommen. Mit dem Unternehmen arbeitete Michael Robers schon seit 2002 zusammen. „Der Einzelhandel ist bei uns über lange Jahre immer nur nebenher mitgelaufen“, sagt er.

Komplizierter Einzelhandel

Doch das sei heutzutage schlicht nicht mehr möglich. Beate Adick, Inhaberin des gleichnamigen Getränkeeinzelhandels, hat im Sommer den Abholmarkt übernommen und blickt zurück: „Früher wurden Getränke oft von kleinen Händlern aus einer Garage und flaschenweise verkauft. So etwas ist heute gar nicht mehr vorstellbar“, sagt sie: Die Ansprüche der Kunden würden immer größer.

Es reiche längst nicht mehr, ein paar Limonaden-, Wasser- und Biersorten vorrätig zu halten. „Das Sortiment ist immer breiter und tiefer geworden“, erklärt auch Nico Koczubik, Adick-Marktleiter in Südlohn und Vreden. Kunden wollten Spezialitäten, achten immer mehr auf Inhaltsstoffe oder Herstellungsverfahren. Selbst bei Mineralwasser gibt es inzwischen Sorten, mit denen die biologische Herstellung belegt wird.

Den Namen Getränke Robers gibt es bald nicht mehr

Das Team von Getränke Adick setzt den Getränke-Einzelhandel an der angestammten Adresse fort. © Stephan Teine

In Südlohn sei die Kundschaft zwar noch nicht so experimentierfreudig wie beispielsweise in Münster, doch auch hier werden die Ansprüche größer. „Der Markt ist definitiv da“, sagt sie. Punkten will Beate Adick auch mit Dienstleistung: „Wir liefern bis in die Wohnung“, sagt sie. Keine Selbstverständlichkeit, aber ein immer öfter geforderter Service. Michael Robers kann da nur nicken: „Was den Einzelhandel angeht, ist sie einfach näher am Ball, als wir es hätten sein können.“

Beate Adick weiß, dass die Umstellungen im Ort für einige Irritationen gesorgt haben und ist selbst nicht glücklich damit. „Wir hatten viele Nachfragen, ob es den Markt auch in Zukunft noch geben wird“, erklärt sie. Die Umstellung hätte eigentlich auch längst komplett abgeschlossen sein sollen, doch der heiße Sommer mit der enormen Getränkenachfrage hat die Belegschaft auch so komplett in Beschlag genommen.

Gastronomen im Fokus

Auch der Großhandel läuft in Südlohn künftig unter einem neuen Namen: Die Gastronomie wird aus Südlohn unter dem Namen „Getränke Weidlich“, betreut. Ein Großhändler mit Standorten in Dortmund, Düsseldorf, Osnabrück – und jetzt eben auch in Südlohn. Weidlich ist dabei ebenfalls eine Tochter des Radeberger-Konzerns.

Michael Robers und Thomas Fangmann werden unter diesem Namen als Vertriebsleiter arbeiten. Für Michael Robers bedeutet das eine Stärkung im Markt und damit Sicherheit für Unternehmen und Arbeitsplätze: „Durch die neue Aufteilung bekommen wir ein Gebiet von rund 50 Kilometer Radius um unseren Standort.“ Er geht fest davon aus, dass der Umsatz in diesem Bereich daher steigen wird.

Den Namen Getränke Robers gibt es bald nicht mehr

Die Tage des „Getränke Robers“-Schriftzugs sind gezählt. Die Vertriebsleiter Michael Robers (l.) und Thomas Fangmann kümmern sich in Zukunft unter dem Namen „Getränke Weidlich“ um den Großhandel. © Stephan Teine

Eins ist Michael Robers bei all den Umstellungen noch wichtig: „Die Ansprechpartner bleiben die gleichen“, sagt er. Auch die Arbeitsplätze blieben erhalten. „Mehr noch, wir haben sogar noch zusätzliche Leute eingestellt“, sagt er.

Die Anfänge von Getränke Robers liegen über 100 Jahre zurück – noch vor 1900. Damals begann die Familie in Südlohn, Getränke zu verkaufen. „Offiziell ging es 1922 mit dem Handel von Fassbier los“, sagt Michael Robers. Nach dem Krieg gab es in Südlohn sogar eine Abfüllung für Afri-Cola und Bluna. Danach folgte die Spezialisierung auf den Großhandel.

Ganz in Familienhand bleibt Anettes Weindepot: Das Geschäft für Weine und Präsente ist nicht mit unter das Dach der Radeberger Gruppe gezogen, sondern läuft weiter in Eigenregie.

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