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Heu und Stroh werden nach Dürre-Sommer 2018 zurzeit hoch gehandelt

mlzPreissteigerung

Die Preise für Heu und Stroh sind in die Höhe geklettert nach dem Dürre-Sommer. Landwirte und Pferdebesitzer müssen aktuell tief in die Tasche greifen, wenn sie Futter oder Streu kaufen.

Südlohn

, 05.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Yvonne Brüninghoff ist Pferdebesitzerin und beim Reit- und Fahrverein Südlohn-Oeding aktiv. Die Preise für Heu und Stroh sind überall ein Thema, weiß sie aus Gesprächen mit anderen Reitern und Pferdefreunden. „Es ist eine Herausforderung, den Rohstoff zu einem erträglichen Preis zu sichern “, fasst sie die Problemlage der Pferdebesitzer im Gespräch mit unserer Redaktion zusammen. Dreimal so teuer – diese Einschätzung kommt ihrer Meinung nach hin: „Die Preise sind förmlich explodiert.“ Dafür, schränkt sie ein, sei aber auch „jahrelang Ruhe gewesen“.

Viele hätten ihr regionales Netzwerk bei der Futterbeschaffung und seien noch gut versorgt. Aber: Wer Heu geerntet habe, brauche es oft selbst. Auch mehr an Masse, weil es mit der Klasse des Heus im vergangenen Jahr auch nicht so weit her war. Aber die Pferde brauchen ihr Heu, betont Yvonne Brüninghoff: „Heu ist essentiell für ein Pferd, es ist ein Steppentier. Es muss durchfressen in dieser Jahreszeit.“ Zur Not müsse der Blick nach Süddeutschland gerichtet werden, wo im Sommer mehr geerntet worden sei. Aber noch musste ihres Wissens nach kein Heu aus Bayern ins Westmünsterland transportiert werden.

Ein Viertel weniger Getreide – und Stroh

Kreislandwirt Heinrich Emming hat seinen Hof in Oeding. Auch auf seinen Äckern gedieh das Getreide weniger gut im Dürre-Sommer: „25 Prozent weniger“, erinnert er sich. Weniger Getreide und weniger Stroh. „Deswegen habe ich im Sommer schon Stroh zugekauft, ab Feld“, sagt er. Wer aber keine Lagerkapazitäten habe und nun „just in time“ kaufen müsse, der sei nun gezwungen, die Preise zu zahlen, die sich aus dem Verhältnis Angebot und Nachfrage ergeben. Zahlen kann Heinrich Emming aus eigener Erfahrung nicht nennen und auch nicht schätzen, um wie viel teurer Stroh- und Heuballen im Westmünsterland gehandelt werden als im vergangenen Jahr. „Aber deutlich teurer“, so viel kann er sagen. Denn der Bedarf sei immens. Nach Recherchen des WDR wird eine Tonne Heu inzwischen für 310 Euro gehandelt.

Heu und Stroh werden nach Dürre-Sommer 2018 zurzeit hoch gehandelt

Kreislandwirt Heinrich Emming musste selbst auch Stroh zukaufen. © Archiv

Zum Einen werde Stroh genutzt, um das Futter wiederkäuergerecht aufzubereiten, in Silage und Co. werde zu einem Anteil Stroh beigemischt. Und da kann Heinrich Emming dem trockenen Sommer zumindest etwas Positives abgewinnen: Das Stroh, egal ob von Gerste oder Weizen, sei qualitativ hochwertig, „wegen des beständigen Wetters im Sommer“. Weil aber auch vermehrt Stroh wieder zum Einstreuen genutzt werde, zum Beispiel in Bullenställen, sei die Nachfrage hoch. Drei bis vier Großballen würden in einem solchen Bullenstall täglich benötigt, erklärt der Kreislandwirt. So ist es nicht verwunderlich, dass mancher Landwirt Stroh zukaufen muss. Aus Ackerbauregionen – in relativer Nähe sind das laut Emming die Soester Boerde oder die Köln-Aachener Bucht – gebe es zum Beispiel Angebote.

Landwirte fahren die Tierbestände herunter

Mit der Futtermittelknappheit war seit der Dürre ja zu rechnen. „Die Bestände werden etwas runtergefahren“, erklärt Heinrich Emming, dass die Landwirte auch mit weniger Tieren im Stall darauf reagieren. „Um mit dem vorhandenen Futter bis Mai hinzukommen“, so der Landwirt. Wer Heu geerntet habe, nutze es in der Regel selbst.

Bislang ist Heinrich Emming mit den Niederschlagsmengen und der Wetterlage im Winter zufrieden. Der Regen sei schön sachte gefallen, so dass das Wasser in den Boden einziehen konnte. Es dürfte noch jeden Tag 15, 20 Millimeter regnen, meint der Oedinger Landwirt. Wer jetzt 40 Zentimeter in den Boden grabe, stoße noch immer auf trockenen Sand.

Wenn Frost kommt, sollte Schnee das Gras bedecken

Zuversichtlich stimmt ihn, dass beim zurückliegenden Frost das Gras unter einer Schneedecke gelegen habe. Das ist wichtig: „Dann friert es nicht kaputt.“ Starker Frost in Zusammenhang mit starkem Wind sei die Wetterlage, die die Landwirte fürchten, „das wäre schlecht fürs Grünland. Und der ganze Februar liegt noch vor uns.“ Aber im Moment hat er die Hoffnung auf einen guten ersten Schnitt. Und, dass wenn es Frost gibt, eine drei bis fünf Zentimeter dicke Schneeschicht die Grashalme schützt.

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