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Hinter der Abkürzung „ISEK“ steckt vieles: Dieses Konzept legt fest, wo es langgehen soll in Südlohn und Oeding. Der Rat hat das Konzept mit seinen 32 Projekten am Mittwoch beschlossen.

Südlohn

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ ist einen Schritt weitergekommen: Der „Masterplan“ für die Entwicklung von Südlohn und Oeding hat am Mittwochabend bei einer Enthaltung die Abstimmung im Gemeinderat passiert. Die nächsten Schritte sind Förderanträge für konkrete Projekte von neuen Sitz- oder Spielmöglichkeiten in den Ortskernen über ein Tourismuskonzept bis hin zur Umgestaltung etwa der Pfarrer-Becker-Straße. Zügig angegangen werden soll vor allem das Wohnraumversorgungskonzept.

Stichtag 30. September

Viele Einwohner aus Südlohn und Oeding hatten in der Vergangenheit die Gelegenheit genutzt, Vorschläge einzureichen, mitzudiskutieren, an dem Konzept mitzuwirken. Insgesamt 32 Projekte in fünf Handlungsfeldern waren zusammengekommen. Sie sollen nach und nach umgesetzt werden und sind mit den Stichworten kurzfristig, mittelfristig oder langfristig belegt. Das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ geht nun zur Bezirksregierung nach Münster, von dort muss noch das endgültige Ok kommen.

Dann heißt es, mit der Behörde Beratungsgespräche zu führen und bis zum Stichtag 30. September Förderanträge zu stellen für Projekte, für die dann im Jahr 2020 Fördergeld vom Land NRW fließt. „Ich hätte heute schon einen Termin erwartet“, kritisierte Alois Kahmen (CDU), dass der Bürgermeister noch nicht mit der Bezirksregierung gesprochen habe. „Ich wollte mit Fakten an Münster herantreten und nicht mit Vermutungen“, antwortete Bürgermeister Christian Vedder mit Blick auf den soeben gefassten Ratsbeschluss. „Das wird alles seinen Gang gehen“, meinte er.

ISEK-Konzept hat 32 Vorschläge, wie die Gemeinde sich entwickeln und schöner werden kann

"Sitzmöglichkeiten an geeigneten Orten" - auch das ist ein Projekt innerhalb des ISEK. © Markus Gehring

Lange wurde vor dem einhelligen Beschluss über einen erneuten Antrag der CDU-Fraktion diskutiert. Es ging um das Projekt „Kulturbürgerhaus“, von dem sich die CDU-Fraktion vorstellen könnte, es möglicherweise im Gebäude der ehemaligen Roncallischule zu realisieren. Diese Idee kam in der Ratssitzung vor vier Wochen auf, der Beschluss über das Konzept wurde seinerzeit verschoben. Das ISEK-Plangebiet war zwischenzeitlich in Absprache mit der Bezirksregierung um das Schulgelände an der Doornte wie auch um das Gelände der ehemaligen Fabrik Deelmann an der Ramsdorfer Straße erweitert worden, um alle Optionen offen zu halten. Dass aber im Gutachten zum ISEK-Konzept eine städtebauliche Einschätzung schriftlich fixiert war, in dem für das Kulturbürgerhaus das Gelände am ehemaligen Vereinshaus für geeignet befunden wurde, störte die CDU. Dieser Satz, so der Antrag, solle gestrichen werden. Bürgermeister Christian Vedder hielt das für unglücklich, es handele sich um eine städtebauliche Einschätzung und nicht um eine Priorisierung, wie die CDU es sehe. Die Standortfrage entscheide später die Politik. Felix Kutzera vom Büro Pesch und Partner, die das ISEK-Konzept fachlich begleitet hatten, teilte seine Einschätzung.

„Ich verstehe die Diskussion nicht.“

Allein bei den Grünen erntete die CDU-Fraktion Zustimmung für ihren Vorschlag. Barbara Seidensticker-Beining (SPD) betonte, das Gutachten solle nun nicht zerpflückt werden, „es ist eine Empfehlung“. In Oeding sitze man auf heißen Kohlen. „Lasst uns diese blödsinnige Diskussion beenden und das ISEK-Konzept endlich verabschieden“, sagte sie verärgert. Günter Bergup (UWG) pflichtete ihr bei: „Ich verstehe die Diskussion nicht.“

Kulturbürgerhaus ist möglich

Die CDU aber sah die Dinge grundsätzlich. Alois Kahmen regte an, den Blick nach Heek zu richten: Die Gemeinde will für die Finanzierung der Sanierung der Schulturnhalle unter anderem Fördergelder aus dem Programm „Integrationspakt soziale Integration im Quartier NRW“ ausschöpfen. „Das könnte eine Blaupause für uns sein“, betonte der CDU-Ratsherr. Die Halle könne bis 1000 Zuschauer fassen, zog er die Verbindung zu einem möglichen Kulturbürgerhaus auf dem Schulgelände. Vorhandene Förderinstrumente sollten genutzt werden. „Wir sind über Fördermöglichkeiten erst nachgelagert informiert worden“, kritisierte Kahmen. Es bestünden hohe Informationsdefizite. Entsprechende Informationsblätter des zuständigen Ministeriums soll die Gemeinde nun auf ihrer Internetseite allen Einwohner zugänglich machen, forderte Alois Kahmen.

ISEK-Konzept hat 32 Vorschläge, wie die Gemeinde sich entwickeln und schöner werden kann

Beim Bürgerforum im September 2018 nutzten viele Einwohner die Gelegenheit, sich zu informieren. Ludger Butenweg (l.) von der Gemeinde informierte über die Planungen. © Stephan Teine (A)

Mit den Stimmen von CDU und Grünen wurde letztlich der betreffende Satz zum möglichen Kulturbürgerhaus-Standort gestrichen und hinzugefügt, dass ein Förderverein nun das Projekt trägt. Der Beschluss zum jahrelang vorbereiteten ISEK-Konzept verlief dann unspektakulär und schnell: Es gab eine Enthaltung, alle anderen Ratsmitglieder stimmten zu.

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