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Der Begriff Europa liegt irgendwo zwischen Frieden und Pumpernickel

mlzPodiumsdiskussion

Europa stand am Montag im Mittelpunkt am Gymnasium Georgianum. Der Titel: „Europa ist auch meine Heimat“.Vor 300 Schülern bezogen Politiker Stellung zu ihrem Bild von Europa.

Vreden

, 26.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Anlässlich des bundesweiten EU-Schulprojekttages hatte der Erdkunde-Leistungskurs unter der Leitung von Matthias Schäpers Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch, Sarah Weiser (Münsterland-Kandidatin der SPD für das Europäische Parlament), Antje Terhechte (Mitarbeiterin der Europäischen Kommission) und Henning Höne (Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion) in die Aula des Gymnasiums eingeladen.

Vor rund 300 Schülern der Oberstufe stellten die Politiker zunächst in Selfie-Videos ihre Statements zum Titel der Veranstaltung vor. Alle waren sich einig, dass es sich lohne, zur Europawahl zu gehen und Europa als Heimat zu betrachten. Bei der Frage von Matthias Schäpers an die Schüler, ob sie Europa als ihre Heimat sähen, standen alle geschlossen auf und bekundeten damit ihre große Zustimmung.

Pumpernickel

Anschließend stellten die Schüler des Leistungskurses in einem Video anhand von Symbolen, wie dem Haustürschlüssel, einer Krone oder der CD von Sido vor, was für sie Heimat ist. Die Podiumsteilnehmer hatten ebenfalls Symbole für ihre Heimat mitgebracht, vom Marienkäferstein als Symbol für die Familie (Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch) über das Foto mit ihrer Mutter (Sarah Weiser), die Weihnachtskugel (Antje Terhechte) bis zum Pumpernickel (Henning Höne). Antje Terhechte, ehemalige Schülerin des Gymnasiums Georgianums, zählte die Vorteile der EU für die Bürger auf, von der Versorgung in geregelten Strukturen, dem Zusammenhalt bei offenen Ländergrenzen, bis zur Diversität der einzelnen Staaten, die in der EU erhalten bleibe.

Es ging anschließend um die Bedeutung der heimischen Wurzeln und die Reisefreiheit in Europa. „Heimat wird mit Werten und Kultur aufgeladen, der Begriff kann aber auch kontrovers diskutiert werden“, meinte Sarah Weiser. Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch sagte, es gäbe Menschen, die das Gefühl hätten, dass die Heimat bedroht sei. Diese Gefühle müssten ernst genommen werden, denn das Thema sei sehr facettenreich.

Vielfalt ist notwendig

Henning Höne erklärte, gerade für die EU sei wichtig, dass die Vielfalt erhalten bleibe: „Wir arbeiten zusammen, bleiben aber individuell, denn es geht in der EU um Kooperation und Zusammenhalt.“

Die eigene Familie werde durch Menschen, die dazu kommen, nicht bedroht, hob Sarah Weiser hervor: „Ich sehe die EU als Vorteil, denn es treffen ganz verschiedenen Menschen aus vielen Ländern zusammen.“ Zuwanderung hätte es im Laufe der Geschichte durch Völkerwanderungen immer gegeben, betonte Antje Terhechte. Das Grundgesetz und Demokratieprinzip verbinde die Menschen in der EU, das müsse auch von allen Menschen geteilt werden, die neu dazu kommen, hob Henning Höne hervor.

Die Podiumsgäste waren sich einig, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der europäischen Staaten und der Binnenmarkt der EU sehr wichtig sei für die Wirtschaft, für Unternehmen und Arbeitnehmer. Das verdeutlichte Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch am geplanten grenzüberschreitendem Gewerbegebiet mit den Nachbarn aus Winterswijk. „Die EU hat den Friedensnobelpreis bekommen, wir können uns freuen, denn wir leben seit 70 Jahren in Frieden“, hob Antje Terhechte hervor. Für die Staaten der EU gehe es jetzt um Fragen von Sozialstandards. Es sei ein Gebot der Klugheit, dass sich die Staaten der EU zusammentun, erklärte Henning Höne.

Wahlbeteiligung wichtig

Danach verwies Sarah Weiser auf die globale Zusammenarbeit der Staaten der EU in Sachen Klimaschutz, Energie-Ressourcen, der Wirtschaft und der Notfallversorgung. Henning Höne forderte, dass möglichst viele Dinge lokal in den einzelnen Staaten entschieden werden müssten, in der Außen- und Sicherheitspolitik wünschte er sich mehr Einsatz von der EU. „Europa ist nie perfekt, es wird aber immer weitergeschrieben“, sagte Antje Terhechte. Alle Politiker waren sich einig, dass es für jeden EU-Bürger wichtig sei, sich an der Europawahl zu beteiligen, damit auch zukünftig Kräfte die Mehrheit hätten, die die Grundideen der EU vertreten.

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