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Fassade am Jugendcampus sorgt für hitzige Debatte und Vorwürfe gegenüber der Verwaltung

mlzGroßprojekt

Fast eine Stunde lang beschäftigte sich der Ausschuss mit der neuen Fassade der Sporthalle am Jugendcampus. Es wurde hitzig diskutiert über Geld, falsche Signale und zu späte Informationen.

Vreden

, 09.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Mitreden wollte der Bauausschuss bei der Gestaltung der Sporthallen-Fassade auf dem Jugendcampus. Genau das taten die Politiker in der Sitzung am Donnerstagabend sehr intensiv. Hitzig wurde diskutiert, dem Jugendwerk spontan Rederecht eingeräumt, die Sitzung unterbrochen und Vorwürfe gemacht - vor allem gegenüber der Verwaltung.

Aber von vorne: In der Sitzungsvorlage schlug die Verwaltung dem Ausschuss noch vor, die neue Trendsporthalle, das Jugendhaus 4U und die Umkleiden komplett mit Platten in Grüntönen zu verkleiden. In der Sitzung selber sah das schon wieder ganz anders aus. Bernd Brüggemann vom Fachbereich Stadtentwicklung stellte dem Ausschuss eine komplett neue Variante vor.

Fassade am Jugendcampus sorgt für hitzige Debatte und Vorwürfe gegenüber der Verwaltung

Das Jugendhaus und die Umkleiden bekommen eine neue Fassade aus bunten Platten, die Trendsporthalle behält den alten Klinker. © Stadt Vreden

„Die Halle muss nicht hochgeheizt werden, deswegen muss sie auch nicht unbedingt energetisch verkleidet werden“, erklärte Brüggemann. Wenn also nur die Umkleiden und das Jugendhaus 4U eine neue Fassade bekommen würden, könnte die Stadt rund 70.000 Euro sparen. Die alte Klinkerfassade der Sporthalle müsste nur gesäubert und eventuell neu gestrichen werden.

Nur die CDU kannte die Pläne vor der Sitzung

Bevor sich die Politiker mit diesem Vorschlag inhaltlich auseinander setzten, ging es aber erst einmal um das Vorgehen der Verwaltung. „Wann ist diese Lösung entstanden und warum wurde sie uns nicht zur Verfügung gestellt?“, wunderte sich Elmar Kampshoff (UWG). Auch den anderen Fraktionen waren die Pläne neu, nur die CDU wusste Bescheid. „Das Konzept ist erst gestern fertig geworden. Da hatten die anderen Fraktionen schon getagt, die Sitzung der CDU war erst danach“, erklärte Joachim Hartmann. Auf Verständnis der anderen Fraktionen hoffte er vergeblich. Die Vorwürfe brachten ihn in Rage: „Wir sind hier keine CDU-Verwaltung.“

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Auch inhaltlich wurde intensiv diskutiert. Für Hendrik Mulder (FDP) stand vor allem der finanzielle Aspekt im Vordergrund. „Wir müssen aufs Geld achten. Wenn wir nachher zu drei Vierteln fertig sind und können keine Spielgeräte mehr kaufen, dann haben wir auch ein Problem.“ Bei der Fassade 70.000 Euro zu sparen, sei da nur sinnvoll.

Markus Funke vom Jugendwerk macht einen Kompromissvorschlag

Elmar Kampshoff war da ganz anderer Meinung: „Von dieser Lösung geht grundsätzlich ein falsches Signal aus.“ Schließlich sei das Projekt sehr wichtig für Vreden und das sollte man auch sehen. Das meinte auch Gerd Welper (Grüne) und erklärte: „Erst fragen wir die Jugendlichen, was sie wollen, und dann gehen wir da locker flockig drüber weg und sagen: Pech gehabt.“ Die Jugendlichen hatten sich für die Komplettverkleidung ausgesprochen.

Spontan entschied sich der Ausschuss dazu, den anwesenden Markus Funke vom Jugendwerk zu fragen, wie die Jugendlichen denn zu der neuen Idee stehen. „Wir können den finanziellen Aspekt gut nachvollziehen. Aber gerade bei der Fassade zur Overbergstraße wäre es doch schön, wenn man die verkleiden könnte“, meinte Markus Funke. Die 90 Quadratmeter große Fläche sei das, was alle Autofahrer zuerst sehen würden. „Das sollte eigentlich schön und hochwertig sein.“

Fassade am Jugendcampus sorgt für hitzige Debatte und Vorwürfe gegenüber der Verwaltung

Der Gebäudeteil rechts im Bild wird mit Platten verkleidet, die Klinkerfassade wird gesäubert und gestrichen. Markus Funke wünscht sich, dass auch dieser Teil neu gemacht wird. © Victoria Thünte

Heinrich Wildenhues (CDU) äußerte sich positiv zu diesem Vorschlag, doch Joachim Hartmann sagte vehement: „Überlegen Sie gut, ob Sie eine Halle, die vier Seiten hat, wirklich nur an einer Seite verkleiden wollen. Drei Seiten oder keine, alles andere macht aus meiner Sicht keinen Sinn.“ Von hinten soll die Halle unverkleidet bleiben, da die Skater auf dem dort geplanten Platz die Platten beschädigen könnten. Stattdessen soll dort eine Graffiti-Wand entstehen. Da sind sich alle einig.

Unterbrechung mit überraschendem Ergebnis

Die Sitzung wurde unterbrochen, die Fraktionen berieten sich. Dann die Überraschung: Der von Markus Funke vorgeschlagene Kompromiss fand doch keine Zustimmung. Stattdessen stimmten CDU, SPD und FDP dafür, nur die Umkleiden und das Jugendhaus zu verkleiden und die Sporthalle auszusparen. In zwei Jahren soll überprüft werden, ob die Lösung funktioniert. UWG und Grüne waren dafür, zumindest die Kopfseite der Halle zu verkleiden.

Ganz zufrieden ist Markus Funke am Freitag im Gespräch mit der Redaktion nicht mit dem Ergebnis. Er stellt aber klar: „Die Jugendlichen können damit leben. Besser als wenn woanders gespart wird.“

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