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Haltestellen für Busse am Schulcampus sind nun an der Zwillbrocker Straße geplant

mlzSchulcampus

Als die CDU der Variante D für den Schulcampus zugestimmt hat, gab es Kritik an der Verkehrssicherheit. Das soll sich nun durch eine Verlegung des Busbahnhofs ändern.

Vreden

, 13.03.2019 / Lesedauer: 4 min

In Sachen Verkehrssicherheit gibt es am geplanten Schulcampus noch einiges zu verbessern. Da waren sich alle Parteien bei den Beratungen im vergangenen Jahr einig. Die Lösung aus Sicht der Fraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen: Der Busbahnhof wird von der Widukindstraße an die Zwillbrocker Straße verlegt.

Die CDU hatte mit ihrer Zustimmung zur Variante D beantragt, diese Variante zu prüfen. Das Ergebnis hat Verkehrsplaner Hartmut Leiking vom Büro nts aus Münster jetzt im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt.

Sechs Haltestellen, die unabhängig voneinander sind

Die Pläne zeigen einen Busbahnhof an der Stelle, wo jetzt der Fahrradständer des Gymnasiums ist. Aufgrund der sogenannten „Sägezahnaufstellung“ sei es möglich, dass sechs Haltestellen völlig unabhängig voneinander anfahrbar sind, so Hartmut Leiking. Heißt: Kein Bus muss auf einen anderen warten. In der Mitte können außerdem zwei Fahrzeuge parken.

Haltestellen für Busse am Schulcampus sind nun an der Zwillbrocker Straße geplant

So soll der Busbahnhof am Schulcampus aussehen. © nts Ingenieurgesellschaft

Zusätzlich sollen 65 Pkw-Parkplätze und mehr als 200 Stellplätze für Fahrräder entstehen. An der Widukindstraße, wo jetzt noch die Sporthalle steht, wäre Platz für 70 weitere Pkw-Parkplätze und zusätzliche Fahrradständer.

Kreisverkehr mit fünf Zufahrten

Die Anbindung an die Zwillbrocker Straße soll über einen Kreisverkehr erfolgen. „Der wäre dann in etwa so groß wie der Kreisverkehr an der Kreuzung Widukindstraße/Up de Bookholt“, meinte Hartmut Leiking. Für die Busse ist eine Abfahrt an diesem Kreisverkehr vorgesehen, die auch nur von Bussen benutzt werden darf. Die Autos sollen von der Zwillbrocker Straße auf den Parkplatz fahren und ihn auf einer Zufahrt mit Einbahnstraßen-Regelung über den Kreisverkehr wieder verlassen.

Haltestellen für Busse am Schulcampus sind nun an der Zwillbrocker Straße geplant

Wo jetzt noch Fahrräder stehen, sollen bald Schüler in Busse ein- und aussteigen. © Victoria Thünte

Auf dem Gelände gibt es einen deutlichen Höhenunterschied. Diesen machen sich die Planer zunutze. Zwischen Busbahnhof und Campus ist ein Versprung von rund 80 Zentimetern geplant, der durch eine Mauer und eine Hecke abgegrenzt wird. „Das sorgt dafür, dass niemand durch den Busbereich läuft“, meint Hartmut Leiking.

Sinnvoller, sicherer und leiser

Stephan Bengfort (CDU) bewertete die vorgestellten Lösungen als sehr sinnvoll. „70 bis 80 Prozent der Busse fahren Richtung Norden, deswegen ist der Standort dort sinnvoller“, meinte er. Außerdem fand er diese Lösung sicherer als die bisherigen Ideen. „Jeder Bus ist von Bussteig zu erreichen, ohne die Straße zu queren.“ Gerd Welper (Grüne) stimmte dem zu und ergänzte: „Die Höhenunterschiede sind eine natürliche Lärmschutzwand für die Anwohner.“

Für SPD, FDP und UWG hingegen waren diese Pläne überhaupt keine Option. Alfons Effing (SPD) meinte: „Wir sind weiterhin für den Erhalt der Schulstraße.“ Inhaltliche Kritik kam von Hendrik Mulder (FDP): „Da wird ein Busbahnhof an einen Kreisverkehr mit fünf Ausfahrten gequetscht.“ Auch für Erwin Wißing (UWG) war klar: „Der Kreisverkehr ist erzwungen und zu klein.“

Einige Fraktionen wollen Bürgerentscheid abwarten

Alfons Effing (SPD) brachte noch einen weiteren Punkt auf den Tisch: „Da wird gerade viel Geld für solche Planungen ausgegeben, obwohl wir noch gar nicht wissen, ob diese Variante so kommt. Ob das so sinnvoll ist...“ Gemeint ist damit das laufende Bürgerbegehren, bei dem sowohl die Politik als auch die Verwaltung davon ausgehen, dass es zu einem Bürgerentscheid kommt.

Haltestellen für Busse am Schulcampus sind nun an der Zwillbrocker Straße geplant

Der Busbahnhof liegt in dieser Planung an der Zwillbrock Straße, ein weiterer Parkplatz für Pkw an der Widukindstraße. © nts Ingenieurgesellschaft

Die Bürgerinitiative rund um Alexander Demes fordert in Sachen Schulzentrum drei Dinge: Die Schulstraße und die zentrale Leichtathletikanlage sollen erhalten bleiben, auf eine Vierfachsporthalle soll verzichtet werden. Bei einem Bürgerentscheid stimmen die Vredener darüber ab, ob sie diesen Forderungen oder der vom Rat beschlossenen Variante D zustimmen.

Bürger sollen Alternativen kennen

Genau deswegen sei es sinnvoll, den neuen Standort des Busbahnhofs jetzt vorzustellen, findet Bernd Kemper, Erster Beigeordneter. „Damit die Bürger wissen, dass es Alternativen gibt.“

Hendrik Mulder (FDP) forderte darum auch, „die Katze aus dem Sack zu lassen“. Ursprünglich sah der Beschlussvorschlag vor, beide Standpunkte für den Busbahnhof weiter zu verfolgen. „Dann wissen die Anwohner doch gar nicht, was auf sie zukommt“, so Mulder. Mit einer Festlegung hatten CDU und Grüne überhaupt keine Probleme. Mit den Stimmen der beiden Fraktionen hat der Ausschuss die Verwaltung beauftragt, den Busbahnhof an der Zwillbrocker Straße als bevorzugte Variante im weiteren Planungsprozess zu berücksichtigen. SPD, FDP und UWG stimmten dagegen.

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