„1 Begegnung mit niedrigem Risiko“ – was meint die Corona-Warn-App damit?

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Auch bei der Hotline des Kreisgesundheitsamtes Borken rufen verunsicherte Einwohner an, wenn ihre Corona-Warn-App „1 Begegnung mit niedrigem Risiko“ anzeigt. Was steckt hinter dieser Warnung?

Ahaus

, 29.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Warn-App wird vom Robert-Koch-Institut für die deutsche Bundesregierung herausgegeben. Mittlerweile gibt es 15 bis 16 Millionen aktive Nutzer. So ist davon auszugehen, dass bei steigenden Infektionszahlen auch die Meldungen „Begegnung mit niedrigem Risiko“ öfter auftauchen.

Was bedeutet „1 Begegnung mit niedrigem Risiko“ ?

„1 Begegnung mit niedrigem Risiko“ – aber alles bleibt im grünen Bereich auf dem Display des Smartphones. Muss man sich trotzdem Sorgen machen, wenn die App einem diese Warnung mitteilt? Reinhild Wantia ist Mitarbeiterin des Kreisgesundheitsamtes Borken und beantwortet aktuell an der Hotline des Kreises die Fragen vieler Einwohner. „Ja, dazu kommen auch bei der Hotline täglich Anrufe“, bestätigt sie, dass diese Meldungen durchaus auch für Verwirrung und Verunsicherung sorgen.

Wer als Nutzer weiter hinunter scrollt, kann lesen, dass man sich in der Nähe einer Person aufgehalten habe, die später Corona-positiv getestet wurde. Aber man solle sich keine Sorgen machen und die bekannten Regeln weiterhin befolgen.

Das rät auch Reinhild Wantia den Anrufen aus dem Kreis Borken: „Bei grüner Warn-App mit niedrigem Risiko werten wir das als Risikokontakt zweiter Kategorie mit der Empfehlung, sich weiterhin achtsam zu verhalten“, so Wantia. Insbesondere würden die Anrufer dann an die bekannten „AHA+L+A“-Regeln erinnert.

Meldung „im Prinzip nicht erforderlich“

„Die Meldung ist also im Prinzip nicht erforderlich, wir beraten aber gern dazu, zumal die App empfiehlt, sich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen“, ergänzt sie. Die Anrufer seien dann in der Regel mit der Beratung gut zufrieden.

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Das Robert-Koch-Institut (RKI) möchte mit dem Hinweis „Begegnung mit niedrigem Risiko“ den Nutzern der Warn-App mitteilen, dass es eine Risiko-Begegnung gab, sie bestimmte Schwellenwerte der Risiko-Bewertung allerdings nicht überschritten haben. Diese Info soll den Nutzern nicht verschwiegen werden, auch wenn sich daraus keine Ansteckungsgefahr ergibt, heißt es vom Robert-Koch-Institut zu den Risiko-Mitteilungen, die manchmal Verwirrung stiften.

Hat Warnung auch manchmal technische Gründe?

„Hin und wieder gibt es Hinweise, dass die ,Niedrig-Risiko-Meldung‘ mit Updates zusammenhängt“, sagt Reinhild Wantia: „Dazu geben wir die bundesweite Infonummer zu technischen Fragen heraus: 0049 800 754 000 1.“

  • Die Hotline des Kreises Borken beantwortet in erster Linie medizinische Fragen. Erreichbar ist sie montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr.
  • Viele Informationen und weitere Ansprechpartner finden sich auf der Internetseite des Kreises Borken (www.kreis-borken.de/coronavirus).

Ernst wird es erst, wenn die App die Warnstufe Rot anzeigt: „Nur die rote Warn-App wird als Risikokontakt erster Kategorie gewertet und zieht Quarantäne sowie Covid19-Abstrich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt nach sich“, erläutert die Mitarbeiterin des Kreisgesundheitsamtes. Dann muss der App-Nutzer sich auf jeden Fall melden.

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