127 Baugrundstücke warten in Wessum auf Erschließung

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In Wessum soll zwischen Gartenstraße und Raiffeisenstraße ein neues Baugebiet entstehen. Wann die Bagger anrollen, ist noch unklar. Die Stadt muss ein Umlegungsverfahren durchführen.

Wessum

, 23.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Insgesamt soll es in Wessum 127 neue Baugrundstücke geben: zwischen Raiffeisenstraße, Gartenstraße/Schulstraße und Hamalandstraße ist Platz für 90 Einfamilienhäuser, 30 Doppelhaushälften und einige Reihenhäuser. Im Ausschuss für Stadtentwicklung wurde der städtebauliche Entwurf vorgestellt.

„Wir wissen alle, dass das Bauen in den letzten Jahren nicht günstiger geworden ist“, erklärte Architekt Heiner Farwick bei der Vorstellung der Reihenhäuser als wirtschaftliche Bauform. Geplant sind auch „andere Wohnformen“, erklärte der Ahauser Architekt. Sie richten sich vornehmlich an Singles und Senioren.

Die Grundstücksgrößen in dem rund 14 Hektar großen Plangebiet liegen für die Einfamilienhäuser zwischen 450 und 600 Quadratmetern. Die Grundstücksgrößen für eine Doppelhaushälfte betragen zwischen 200 und 300 Quadratmetern.

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Als vorwiegende Dachform im neuen Baugebiet nannte der Architekt das Satteldach. Möglich seien giebel- und traufenständige Gebäudestellungen. Im überwiegenden Teil des Baugebietes soll eine zweigeschossige Bebauung möglich sein. Mehrfamilienhäuser sind in dem neuen Baugebiet nicht geplant. „Sie wären an dieser Stelle nicht richtig positioniert“, erklärte Heiner Farwick. Der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner sprach von einem „vermarktbaren Plan“.

Umlegungsverfahren erforderlich

Bauwillige in Wessum drückt der Schuh – das war im Ausschuss immer wieder zu hören. Doch kann es noch ein wenig dauern, bis die Bagger zur Erschließung des neuen Baugebietes anrollen. „Wir sind in einem Umlegungsverfahren“, berichtete Thomas Hammwöhner. Bei einem solchen Verfahren werden Flächen getauscht und Eigentums- und Besitzverhältnisse neu geregelt.

Kurz vor Beginn der Coronakrise habe es im Heimathaus in Wessum eine Info-Veranstaltung gegeben. „Die Einzelgespräche sind durch Corona ausgebremst worden“, sagte Hammwöhner. „Wir haben Gesprächsangebote gemacht“, berichtet Stadtplaner Walter Fleige. „Sie sind zum Teil angenommen worden.“

Im Ausschuss ging es aber nicht nur um die bauliche Ausgestaltung, sondern auch um die verkehrliche Anbindung. Anlieger des Plangebietes hatten sich gegenüber der Stadtverwaltung kritisch über die Anbindung an die Gartenstraße geäußert.

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Schon heute gebe es ein hohes Verkehrsaufkommen auf der Gartenstraße – bedingt durch die an der Schulstraße gelegene Grundschule und einen benachbarten Lebensmittelmarkt. Die Anlieger befürchten eine Verschlechterung der Verkehrssituation.

Zu den Bedenken äußerte sich im Ausschuss ein Mitarbeiter des Ingenieurbüros Lindschulte aus Düsseldorf. Das neue Baugebiet soll über drei Zufahrten erschlossen werden: in Höhe der Friedrichstraße, in Höhe des Kreisverkehrs und in Höhe der Jakobistraße. Insgesamt seien 640 Kfz-Fahrten pro Tag durch das ganze Gebiet zu erwarten. Die neue Bebauung habe aber keinen relevanten Einfluss auf die Verkehrsmenge, hieß es vom Mitarbeiter des Ingenieurbüros.

Keine Zufahrt über Raiffeisenstraße

Aus verkehrlicher Sicht seien in der Schulstraße und der Gartenstraße keine Maßnahmen nötig. Ein Zufahrt über die Raiffeisenstraße ins neue Baugebiet wird es nicht geben. „Wo man raus kann, kann man auch ganz schnell wieder rein“, erklärte Walter Fleige. Das wolle die Stadt an dieser Stelle aber nicht.

Ein an der Raiffeisenstraße entlang führender Wall – er wird aus Lärmschutzgründen angelegt – soll an zwei Stellen für Fußgänger und Radfahrer geöffnet werden. „Damit knüpfen wir an die vorhandenen, historischen Wegeverbindungen an“, sagte Walter Fleige.

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