20-jähriger Ahauser schlägt zum zweiten Mal jungen Stadtlohner krankenhausreif

mlzDiskoschlägerei

Nur wenige Wochen nach seiner Verurteilung hat ein Ahauser wieder zugeschlagen. Und es traf im Next das gleiche Opfer: Ein 21-jähriger Stadtlohner bekam erneut mehrere Faustschläge ab.

Ahaus

, 29.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon zum zweiten Mal trafen sich ein 20-jähriger Ahauser und ein 21-jähriger Stadtlohner vor Gericht: der eine als Täter, der andere als Opfer. Denn schon zum zweiten Mal hatte der Ahauser den Stadtlohner mit Faustschlägen in der Disko Next schwer verletzt.

Wegen der ersten Tat hatte ihn das Gericht im vergangenen Mai verurteilt. Kurz nach seiner Verurteilung hat der heute 20-jährige Ahauser wieder zugeschlagen: Knapp vier Wochen vergingen zwischen der ersten Verurteilung und einem erneuten Treffen von Täter und Opfer im Next. Das war im vergangenen Juni.

Überwachungskamera zeichnete mehrere Faustschläge auf

Die Überwachungskamera oberhalb der Theke hat das Geschehen an dem Abend einwandfrei aufgezeichnet: Auf den Bildern ist zu sehen, wie Angeklagter und Opfer zunächst an der Theke mehrere Minuten ruhig miteinander sprechen. Zwischendurch halten sie sich auch im Arm oder geben sich die Hand.

Plötzlich und unvermittelt stößt das spätere Opfer den Angeklagten dann mehrere Meter von sich weg. Umstehende versuchen, die Beiden auseinander zu halten.

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Dann macht der Angeklagte einen Schritt auf sein Opfer zu und schlägt mehrfach zu. Sein Opfer geht zu Boden. Freunde helfen ihm schließlich wieder auf die Beine und kümmern sich um ihn. Der Täter verlässt die Disko.

Mit Platzwunden und einer Gehirnerschütterung kommt sein Opfer ins Krankenhaus. Über zwei Wochen ist er danach krankgeschrieben.

Auslöser für Schläge bleibt im Ungewissen

Was genau an dem Abend der Auslöser für die Schläge war, konnte der Täter nicht mehr sagen. Auch sein Opfer erinnerte sich nur noch vage. Erst habe der Angreifer ihm unter die Nase gerieben, dass die erste Anzeige gegen ihn fallengelassen worden sei. Dann sei er beleidigend geworden: „Das Wort ‚Hurensohn’ ist auf jeden Fall gefallen“, sagte der Stadtlohner. Insgesamt habe er sich provoziert gefühlt, deswegen habe er den Angreifer schließlich weggestoßen.

„Spätestens da hätten Sie die Notbremse ziehen können“, sagte der Richter mit Blick auf die Videoaufzeichnung zum Angeklagten. Der wiederum erklärte sein Verhalten damit, dass er an dem Abend betrunken gewesen sei. Inzwischen trinke er deutlich weniger Alkohol. Auch ein Anti-Gewalt-Training habe er absolviert. Das war eine Auflage aus dem ersten Prozess.

„Gefährliche Neigung“ würde sechs Monate Haft bedeuten

Das war dann auch das Argument für den Staatsanwalt: „Genau genommen, spricht nur Ihre Aussage für Sie“, erklärte der. Allein die Tatsache, dass zwischen dem ersten Urteil und der nächsten Tat nur vier Wochen lagen, spräche eine eigene Sprache. „Da kann man schon fragen, ob man Ihnen eine schädliche Neigung attestiert“, so der Staatsanwalt. Und damit wäre dann auch schnell eine sechsmonatige Gefängnisstrafe möglich. „Sie sind ganz knapp davor“, warnte er. Auch könne er von Glück sagen, dass sein Opfer keine bleibenden Schäden davongetragen habe. „Nur ein paar Zentimeter weiter, dann schlägt man jemandem mit so einem Hieb ein Auge aus“, schärfte er dem Angeklagten ein.

Der Staatsanwalt beantragte schließlich einen vierwöchigen Dauerarrest sowie eine Geldauflage von 1500 Euro, die der Täter seinem Opfer zahlen soll. Dem folgte der Richter. Der Angeklagte hatte zuvor noch gebeten, die Geldstrafe zu erhöhen und dafür auf den Arrest zu verzichten, doch damit kam er beim Richter nicht durch.

Anwalt warnt: „Verbauen Sie sich nicht alles!“

Auch der Anwalt des Opfers, der in dem Prozess als Nebenkläger auftrat, warnte den Täter eindringlich: „Verbauen Sie sich nicht alles!“

„Wir sind am Ende von dem, was ein Jugendrichter austeilt“, sagte der Richter, „Wenn das wieder passiert, sind Sie im Knast. Für sechs Monate oder mehr.“ Das nahm der 20-jährige Ahauser nickend auf.

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