40 Jahre alte Tiefgarage Königstraße: Risse, Rost und Platzprobleme

mlzTiefgarage Domhof

Die Tiefgarage Königstraße ist 1980 gebaut worden. Der Zahn der Zeit nagt an ihr. Eine Sanierung kostet mehrere Hunderttausend Euro. Ein Szenario ist, die Zufahrt am Domhof zuzuschütten.

Ahaus

, 07.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tiefgarage Königstraße hat schon 40 Jahre auf dem Buckel. Ihr Zustand wird nicht besser. Risse in der Fahrbahn, Risse in Wänden, Angerostete Stützfüße – die Liste mit Problemen ließe sich noch beliebig verlängern.

Zwar sieht die Stadt „akut keinen Handlungsbedarf“, wie Stadtplaner Walter Fleige am Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung erklärte. Doch im Rathaus macht man sich Gedanken, wie es mit der Tiefgarage weitergeht.

Grundlage der Überlegungen ist ein vor längerer Zeit gefasster Beschluss der Lokalpolitiker, sich eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Tiefgarage vorlegen zu lassen. Das ging einher mit Plänen der Volksbank, ihre in unmittelbarer Nachbarschaft zur Tiefgaragen-Einfahrt am Domhof liegende Immobilie zu überplanen.

Ortstermin

„In der Tiefgarage liegt einiges im Argen“, erklärte Walter Fleige. Zu dieser Erkenntnis sei die Verwaltung nach einem Ortstermin gelangt. Um die Tiefgarage planerisch an aktuelle Standards anzupassen, holte die Verwaltung das Büro Weitkamp + Partner mit ins Boot. Architekt Tobias Mauritz präsentierte am Donnerstag Zahlen und Daten der Machbarkeitsstudie.

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Die 210 Meter lange Tiefgarage umfasst 3200 Quadratmeter Fläche und verfügt über 95 Stellplätze, davon sind 62 uneingeschränkt öffentlich nutzbar. 23 Stellplätze werden über vertraglich gesicherte Nutzungsrechte belastet, zehn Stellplätzte sind im Besitz verschiedener Grundstückseigentümer.

Tobias Mauritz stellte drei verschiedene Szenarien zur Sanierung der Tiefgarage vor.

Szenario 1: Die Beseitigung von Baumängeln mitsamt Anpassung an aktuelle Stellplatzbreiten, würde mit 465.000 Euro Gesamtkosten zu Buche schlagen.

In Szenario 2 käme die Sanierung der Tiefgarage hinzu. 370.000 würde unter anderem für die Sanierung von Stützfüßen, den Brandschutz,eine Kameraüberwachung und einen zusätzlichen Notausgang erforderlich. Allein 207.000 Euro würde eine mechanische Abluftanlage kosten. Gesamtkosten dieses Maßnahmenpaketes: 915.000 Euro.

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Szenario 3 umfasst neben der Anpassung und Sanierung auch noch den Rückbau der Zufahrt Domhof. Allein 120.000 Euro würde der Rückbau der Rampe kosten, 85.000 Euro ein zusätzliches Treppenhaus und 35.000 Euro das Umlegen von Leitungen. Gesamtkosten: 1,24 Millionen Euro.

Auf einen einzelnen öffentlichen Tiefgaragen-Stellplatz umgerechnet, wären das 24.000 Euro. Denn die Zahl der Stellplätze sinkt auf gut 50, weil sie aufgrund neuer Vorschriften verbreitert werden müssen.

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Ob Szenario 3 – das Zuschütten der Zufahrt – überhaupt rechtlich möglich sei, diese Frage stellte Hermann Josef Haveloh (WGW) mit Blick auf die Eigentümersituation. Die Stadt habe zwar nur Nutzungsrechte an der Tiefgarage, sagte Fleige, „aber uns gehören die Zufahrten.“ Die Verwaltung will nun prüfen, welche Mängel kurzfristig behoben werden können.

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