400 Menschen demonstrieren für den Atomausstieg

Sonntagsspaziergang in Ahaus

Sorge um die Katastrophenopfer in Japan, scharfe Kritik an der deutschen Atompolitik – der drohende Super-GAU in Fukushima hat gestern in Ahaus fast 400 Menschen zum Protest mobilisiert.

AHAUS

von von Stefan Grothues

, 20.03.2011, 17:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Rund um den Mahner auf dem Markt versammelten sich um 14 Uhr zu dumpfen Trommelklängen die Teilnehmer des Sonntagsspaziergangs mit Transparenten, auf denen ein Ausstieg aus der Atomenergie gefordert wurde. Mit einer Schweigeminute gedachten die Demonstranten der Menschen in Japan. Zuvor hatte Mechthild Jeschar von der Bürgerninitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ mit bebender Stimmer Inge Aicher-Scholl zitiert, die schon vor 25 Jahren angesichts der Tschernobylkatastrophe gemahnt hatte: „Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich … Jetzt werden wir nicht mehr sagen können, wir hätten von nichts gewusst.“ Jeschar rief die Ahauser dazu auf, sich verstärkt einzumischen und auf die Straße zu gehen – „nicht nur heute, wo das Chaos groß ist.“ Damit spielte sie auf die sonst eher geringe Beteiligung an den monatlichen Sonntagspspaziergängen an. Der BI-Vorsitzende Heiner Möllers übte scharfe Kritik an Landrat Kai Zwicker sowie am Bundestagsabgeordenten Jens Spahn, die erst nach der Katastrophe für neue Sicherheitsüberprüfungen des Zwischenlagers in Ahaus und der Urananreicherungsanlage in Gronau eingesetzt hätten. Felix Ruwe zeigte Perspektiven für eine Energiewende auf und rief dazu auf, Energie effizienter zu nutzen und sich bewusst für Ökostrom zu entscheiden.

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