In den Werkstätten von Haus Hall gibt es mehrere Corona-Fälle. © Stephan Rape
Coronavirus

41 Neuinfektionen in Ahaus – viele davon in Behindertenwerkstätten

An nur einem Tag sind in Ahaus 41 Neuinfektionen bekannt geworden. Ein Großteil davon ist auf eine Testreihe zurückzuführen, aber einiges liegt auch im Dunkeln.

In Ahaus sind von Mittwoch auf Donnerstag 41 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt geworden. Das geht aus der Statistik des Kreises Borken hervor. Damit entfallen an diesem Tag 36 Prozent der kreisweiten Neuinfektionen auf Ahaus.

Woher kommt diese hohe Zahl? Nachfrage beim Kreis Borken. Pressesprecherin Ellen Bulten verweist auf das Infektionsgeschehen rund um die Behindertenwerkstätten Haus Hall an der Industriestraße. „Dort liegen nun weitere positive Tests vor“, so die Pressesprecherin. 24 Menschen mit Behinderung, die dort arbeiten, und drei Fachkräfte haben sich demnach mit dem Coronavirus infiziert.

Werkstätten Haus Hall bleiben bis Anfang Januar geschlossen

Bereits am Montag teilte die Stiftung Haus Hall mit, dass es einen Corona-Ausbruch in den Werkstätten gegeben habe. Bis zu diesem Tag wurden insgesamt elf Personen positiv auf das Virus getestet. Das Gesundheitsamt hat daraufhin weitere Tests angeordnet. Mit den neuen Testergebnissen sind also insgesamt 39 Personen infiziert.

Das Gesundheitsamt hat bereits nach Bekanntwerden der ersten Infektionen die Schließung der Werkstatt angeordnet. Dies gilt bis zum 2. Januar. 144 Menschen mit Behinderung sind davon betroffen. „Es werden jetzt alle Maßnahmen ergriffen, um Kontaktpersonen und Infektionswege zu ermitteln“, so Andreas Roßberg, Leiter der Werkstatt Ahaus, in einer Pressemitteilung. Vorsorglich war bereits am Montag ein großer Teil der Beschäftigten zu Hause geblieben. „In allen Maßnahmen stimmen wir uns eng mit dem zuständigen Gesundheitsamt ab“, betont Dr. Thomas Bröcheler, Geschäftsführer der Stiftung Haus Hall.

Mehrere Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderung wohnen, stehen wegen des Infektionsgeschehens unter Quarantäne, sagt Ellen Bulten. Seit Dienstag ist zudem bekannt, dass im Ludwig-Bringemeier-Haus und im Bischof-Tenhumberg-Haus mehrere Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet wurden.

Infektionsgeschehen bleibt oft ziemlich diffus

27 der 41 Neuinfektionen am Donnerstag in Ahaus sind also genau diesen Entwicklungen rund um Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zuzuordnen. „Darüber hinaus ist das Infektionsgeschehen sehr diffus. Oft wissen die Leute selber nicht, woher es kommt“, sagt Ellen Bulten. Ungewöhnlich sei aber eine solche Zahl der Neuinfektionen momentan nicht.

Kreisweit sind aktuell 943 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. In Ahaus tragen derzeit 189 Menschen das Virus in sich. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 689 Ahauser angesteckt.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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