Ärzte kritisieren Notdienst

"Geplante Neuregelung zu teuer"

AHAUS/KREIS Ärzteverein und Notdienstärzte im Altkreis Ahaus üben scharfe Kritik an der neue Notdienstverordnung, die im Februar 2011 in Kraft treten soll. Die Regelungen seien zu zentralistisch, zu teuer und trügen zu einer schlechteren Versorgung der Bevölkerung bei.

von Von Stefan Grothues

, 02.09.2010, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ärzte kritisieren Notdienst

Dr. Nikolaus Balbach, Vorsitzender des Ärztevereins Altkreis Ahaus kritisiert die geplante Neuregelung.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Einrichtung einer zentralen Leitstelle für Notfallpatienten in Duisburg, die auch die Hausbesuche koordiniert sowie gegen einen Fahrdienst durch die Johanniter-Unfallhilfe, der die diensttuenden Ärzte „zwangsweise“ zu den Patienten fährt, die aus medizinischen Gründen die Notdienstpraxis nicht selber aufsuchen können. „Bislang benutzen die Ärzte dafür ihren eigenen PKW. Die Kosten für den Fahrdienst sind von den Ärzten zu tragen. „Im Vergleich zur jetzigen Regelung steigen sie je nach Region von 10 bis 45 Euro auf mindestens 110 Euro im Monat“, so Dr. Nikolaus Balbach, Vorsitzender des Ärztevereins Altkreis Ahaus. Balbach: „Jeder dienstverpflichtete Arzt wird zwei Dienste an einem Wochenende durchführen müssen, um nur die so entstehenden Kosten wieder zu erwirtschaften.“ Wolf: „Das ist so, als ob ein Feuerwehrmann zuerst für das Löschwasser bezahlen müsste.“

Balbach und Wolf kritisieren zudem, dass die Ärzteschaft über die Detailregelungen erst aus der Zeitung erfahren habe. Die Notdienstreform sei zwar von der KV und der Ärtzekammer mit knapper Mehrheit demokratisch beschlossen worden. Die Detailregelungen würden aber vom KV-Vorstand hinter verschlossener Tür gemacht. „Die Ärzteschaft möchte aber gestalterisch mitarbeiten“, so Balbach. Dr. Werner Ihling aus Vreden, der als gewählter Vertreter die Kreise Borken und Coesfeld in der KV vertritt, verteidigt dagegen die Neuregelung. „Sie haben sich andernorts bereits als praktikabel und vorteilhaft erwiesen.“ Das Meinungsbild in der Ärtzeschaft sei auch nicht einheitlich. Die zentrale Leitstelle ermögliche mit qualifizierten Disponenten eine rationellere Einteilung der Hausbesuche. Und der Fahrdienst werde die ärzte nicht mindestens 110 Euro kosten, sondern höchstens. Bedauerlich sei aber, dass sich die Krankenkassen nicht an diesen Kosten beteiligten. 

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