AfD kündigt Bürgerdialog in Ahaus an – Im Internet formiert sich Protest

mlzAfD in Ahaus

Die AfD-Landtagsfraktion NRW kündigt auf Facebook für den 16. März einen Bürgerdialog in der Stadthalle in Ahaus an. Im Internet regt sich Protest dagegen.

Ahaus

, 10.03.2020, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die AfD will am Montag, 16. März, um 19 Uhr in der Stadthalle in Ahaus einen Bürgerdialog abhalten (Einlass 18 Uhr). Als Redner werden die AfD-Landtagsabgeordneten Markus Wagner (Fraktionsvorsitzender) und Helmut Seifen (Bildungspolitischer Sprecher) aufgeführt.

AfD will diskutieren

Diskutieren wollen sie unter anderem über „19 Messerdelikte pro Tag! Neue Statistiken zeigen: „Innere Sicherheit“ ist längst nur noch eine hohle Phrase.“ Und: „Lernleistungen von Schülern werden immer schlechter. Welche Ursachen hat die Bildungsmisere und wie ist sie zu beenden?“

„Keinen Meter nach rechts“ (Demokratisches Bündnis Kreis Borken) kündigt im Internet bereits eine Demonstration gegen die AfD-Veranstaltung an. Aufgerufen wird zu einer Gegenveranstaltung vor der Stadthalle an der Wüllener Straße.

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Bei „Keinen Meter nach rechts“ handelt es sich nach eigenen Angaben um ein am 6. März neu gegründetes Bündnis, das sich gegen rechte Entwicklungen in Politik und Gesellschaft stellt. „Dazu wollen wir uns mit verschiedenen Mitteln, wie Vortragsreihen, Mahnwachen, aber eben auch Demonstrationen zu konkreten Anlässen dafür einsetzen, dass Hass und Hetze im Kreis Borken keinen Platz finden“, heißt es auf der Homepage.

Das Bündnis lädt zu einem ersten offenen Treffen am Sonntag, 15. März, um 18 Uhr im Haus 13, Coesfelder Str. 13, in Velen ein. Bei diesem Treffen sollen auch die Vorbereitungen für die Demonstration am Montag in Ahaus besprochen werden.

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Ob auch das Aktionsbündnis „Ahaus bleibt bunt“ gegen die AfD-Veranstaltung demonstrieren wird, das soll am Mittwoch, 11. März, bei einem Treffen diskutiert werden. Das erklärte Ludwig Niestegge, Mitglied des Bündnisses, am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion.

Kritische Fragen gestellt

Beim letzten Bürgerdialog der AfD in Ahaus – im November 2018 – hatte sich das Aktionsbündnis bewusst gegen eine Protestkundgebung entschieden. Zwar kam es auch vor Stadthalle zu Protesten, Mitglieder des Ahauser Aktionsbündnisses gingen aber den Weg, den AfD-Vertretern in der Stadthalle kritische Fragen zu stellen.

Mobiliar angezündet

Ursprünglich sollte der AfD-Bürgerdialog am 16. März in der Bürgerhalle in Gronau stattfinden. Das war am 25. Februar öffentlich geworden. Einen Tag später, am 26. Februar, entzündeten unbekannte Täter in der Bürgerhalle Einrichtungsgegenstände, darunter Festzeltgarnituren und eine Sitzreihe.

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Die Polizei schloss in einer Pressemitteilung wegen der zeitlichen Nähe und der am Tag zuvor publizierten Anmietung der Bürgerhalle durch die AfD einen „politisch motivierten Hintergrund der Tat“ nicht aus.

Durch umfangreiche Reinigungsarbeiten und eine Erneuerung der Bestuhlung wurden geplante Veranstaltungen abgesagt oder verlegt. Die AfD weicht auf die Stadthalle in Ahaus aus.

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