Ahauser Alkoholiker beleidigt, bedroht und bespuckt Polizisten: Entzug statt Gefängnis

mlzAmtsgericht Ahaus

Zu einer zehnmonatigen Haftstrafe hat das Amtsgericht einen Ahauser verurteilt. Er hatte unter anderem ein dutzend Mal Polizisten beleidigt. Ob er ins Gefängnis muss, ist aber noch unklar.

Ahaus

, 27.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Prozess gegen den 34-jährigen Ahauser, der unter anderem ein dutzend Mal Polizisten beleidigt, bedroht und bespuckt haben soll (wir berichteten), hat das Amtsgericht Ahaus nun ein Urteil verkündet. Unter anderem wegen versuchten Raubes, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, zwölffacher Beleidigung und Hausfriedensbruchs verurteile ihn das Schöffengericht zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe.

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In den anderen Anklagepunkten, zum Beispiel einem gemeinschaftlichen Diebstahl am Wüllener Jugendheim, wurde er freigesprochen. Ob er die Haftstrafe jemals antreten muss, ist allerdings noch völlig unklar. Denn zunächst ordnete das Gericht wegen der schweren Alkoholprobleme des Angeklagten die Unterbringung in eine Entziehungsanstalt an. Bis zu zwei Drittel des dortigen Aufenthalts können ihm auf die Freiheitsstrafe angerechnet werden.

Im Anschluss an den Entzug wird in Abstimmung mit den Ärzten und der JVA entschieden, ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Wenn der 34-jährige den Entzug allerdings vorzeitig abbricht, könnte ihm schon zeitnah das Gefängnis drohen.

Versuchter Raub in einem Lidl

Im zweiten Teil des Prozesses zeigte sich erneut, dass der Ahauser nur in den seltensten Fällen die Kleinkriminalität überschreitet. Zum Beispiel wurde ihm vorgeworfen, aus dem alten Kreishaus eine Rolle Toilettenpapier gestohlen zu haben. Im Anschluss an diesen vermeintlichen Diebstahl kam es zu einem Disput mit dem Hausmeister, woraufhin die Polizei einschreiten musste. Die Aussage eines Polizisten entlastete den Ahauser aber in diesem Fall.

Anders entschied das Gericht in einem Vorfall, der sich Anfang des Jahres in einem Ahauser Supermarkt abgespielt haben soll. Hier habe der Ahauser versucht, eine Packung Tabak und eine Flasche Wasser mitzunehmen, ohne dass er über das nötige (Klein-) Geld verfügte. Auch hier eskalierte die Situation, ein Mitarbeiter berichtete von üblen Beleidigungen, Drohungen und einem Handgemenge.

Mittelfinger und Beleidigungen gegen zahlreiche Polizisten

Schon am ersten Verhandlungstag hatte der Ahauser die zahlreichen Beleidigungen – meistens in Form des Zeigen eines Mittelfingers – eingeräumt. Gleichzeitig sagte er: „Eigentlich sind Polizisten meine Freunde. Nur einige wollen mir immer ans Bein pinkeln.“ Warum er einem der Polizisten bei einer Verhaftung ins Gesicht gepuckt hat, ließ er allerdings offen.

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