Um die Qualität des Essens geht es nicht. © picture alliance/dpa
Meinung

Ahaus durfte die Bewerber vor Ort einfach nicht bevorzugen

Ein neuer Caterer für die Schulen steht in den Startlöchern. Der Ärger bei den Mitbewerbern ist noch nicht verflogen. Zu Unrecht, findet unser Autor in seinem Kommentar.

Das Essen für Kitas und Schulen in Ahaus kommt also demnächst aus einer Großküche in Wuppertal. Der Caterer dort schafft es, günstiger zu kochen als die Mitbewerber vor Ort. Wie er das schafft, ist seine Sache. Auch die Warmhaltezeiten und das Umsetzungskonzept haben in der Ausschreibung überzeugt. Selbst die CO2-Bilanz soll vergleichbar sein. Das leuchtet ein: Ob nun ein Transporter mit (fast) fertigem Essen nach Ahaus kommt oder mehrere Transporter mit Zutaten für eine Großküche, ändert ja nicht viel.

Dass der neue Caterer seinen Vertrag erfüllt, das Essen schmeckt und gesund ist, setze ich voraus. Bei einem Auftrag über fast zwei Millionen Euro ist es auch keine Frage, dass so etwas ausgeschrieben werden muss. Das schreibt das Gesetz so vor.

Ärger mag verständlich sein, war aber nicht zu vermeiden

Es ist ja verständlich, dass sich die beiden Anbieter aus Ahaus ärgern, leer auszugehen. Vor allem, weil sie als Feuerwehr eingesprungen sind, als der letzte Caterer von außerhalb seinen Dienst quittiert hat. Doch das ist hier nicht das Thema. Ihr Angebot war schlicht nicht gut genug.

Was dürfte sich die Stadt zu Recht anhören, wenn sie ihre Ausschreibungen so „frisieren“ würde, dass nur Anbieter aus Ahaus und den Ortsteilen zum Zuge kommen? Das mag ja sympathisch erscheinen, wäre aber schlicht illegal. Insofern: Haken dran und guten Appetit.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

Ahaus, Heek und Legden am Abend

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