Ahaus nimmt Abschied von Soopika

Bewegende Zeremonie

Dicht gedrängt haben am Mittwoch Angehörige, Freunde, Bekannte und viele Ahauser Abschied von der am Samstag gewaltsam getöteten Soopika P. auf dem Ahauser Friedhof genommen.

AHAUS

, 15.02.2017, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinduistische Gesänge und Weihrauch erfüllten die kleine Kapelle. In einer langen Schlange liefen die Trauernden am geschlossenen Sarg vorbei, legten Blumen ab und sprachen Gebete. Auf dem Vorplatz der Kapelle stand die Gesellschaft in kleinen Gruppen zusammen. Fassungslosigkeit und tief empfundene Trauer bestimmten dort das Bild. Vor der Tür wurden Getränke und Blumen an die Trauernden verteilt. Verwandte und Freunde der 22-jährigen Ahauserin waren aus ganz Europa angereist. Auch Kommilitonen und Professoren der Universität in Enschede, wo sie studierte, kamen nach Ahaus, um sich von ihr zu verabschieden.

Mitgefühl der Ahauser

Bürgermeisterin Karola Voß konnte an der Feier auf dem Friedhof selbst nicht teilnehmen. Die Vertretung der Verwaltung übernahm Beigeordneter Werner Leuker. Gegenüber der Münsterland Zeitung hatte sich die Bürgermeisterin vorab noch einmal geäußert: Der gewaltsame Tod der jungen Frau aus Ahaus am vergangenen Wochenende habe sie tief erschüttert und sehr traurig gemacht. "Ich denke an die Familie und weiß, dass viele Ahauserinnen und Ahauser in diesen schweren Stunden gleichfalls mit ihrem Mitgefühl bei der Familie sind", so die Bürgermeisterin weiter. Es bleibe unfassbar, dass eine solche Tat geschehen ist. Das weitere Verfahren liegt in den Händen der Polizei und der Staatsanwaltschaft. "Ich hoffe sehr, dass das bislang gute Zusammenleben in Ahaus, das hohe Engagement in der Integrationsarbeit und das Sicherheitsgefühl in unserer Stadt durch die Tat nicht spürbar beeinträchtigt oder verändert werden", sagte Karola Voß.

Die Polizei war mit einigen Kräften vor Ort. "Um Solidarität zu zeigen", sagte Manfred Lütjann, Leiter der Polizeiwache Ahaus. Aber auch, um Präsenz zu demonstrieren. "Wir gehen nicht davon aus, dass etwas passiert, wollen aber zeigen, dass wir da sind", sagte er am Rand der Zeremonie. Er schätzte, dass rund 300 Personen höchstens gleichzeitig vor Ort waren. "Es war aber ein stetes Kommen und Gehen", erklärte er. Entsprechend schwierig sei es, eine Gesamtzahl zu schätzen. Auch Polizeipressesprecher Dieter Hoffmann sagte später, dass es keinerlei Vorkommnisse gegeben habe.

Dank der Angehörigen

Michael Genn, ein Bekannter der Familie des Opfers, der unter anderem auch das Gedenken in der Innenstadt am Dienstagabend organisiert hatte, richtete Grüße und Dank der Angehörigen aus. "Es bedeutet ihnen sehr viel, zu sehen, dass Ahaus Anteil nimmt", sagte er gestern gegenüber der Münsterland Zeitung.

Der Leichnam von Soopika soll in den nächsten Tagen eingeäschert und dann auf dem Ahauser Friedhof beigesetzt werden.

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