Ahaus will sich viel stärker auf Fahrradfahrer einstellen

mlzRadverkehrskonzept

Fahrradfahrer sollen im Verkehr in Ahaus und den Ortsteilen wichtiger werden und sicherer unterwegs sein. Der Rat stimmte einstimmig dafür, ein entsprechendes Konzept ausarbeiten zu lassen.

Ahaus

, 05.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sicherheit und der Komfort von Fahrradfahrern in Ahaus und den Ortsteilen soll deutlich stärker als bisher gefördert werden. Dafür soll die Ahauser Verwaltung nun als erstes ein Radverkehrskonzept erarbeiten. Ziel ist am Ende eine „zukunftsfähige und großzügige“ Radinfrastruktur.

Die Aufgaben sind dabei klar umrissen: Kurzfristig sollen die vorhandenen Weg sicherer gemacht werden. Etwa durch Ergänzung oder Erneuerung von Markierungen, abgesenkte Bordsteine, die Beseitigung von Schäden oder Sichthindernissen.

Langfristig soll die gesamte Radinfrastruktur in Ahaus und den Ortsteilen ausgebaut werden. Das könne natürlich nur anhand eines umfassenden Konzepts geschehen. Dazu soll sowohl der aktuelle Zustand der Radwege erfasst, als auch mögliche neue Wege erdacht und geplant werden.

Zwei Planungsbüros sollen Angebote einreichen

Zwei Planungsbüros sollen der Stadt dazu ein Angebot machen. Die Bestandsaufnahme ist für die kommenden Wochen vorgesehen. Laut Haushalt ist vorgesehen, die ersten größeren Maßnahmen aus dem Konzept 2021 umzusetzen.

Für Dietmar Eisele (Grüne) ist das Konzept ein Baustein, „um das Lebensumfeld in Ahaus und den Ortsteilen zu verbessern“, wie er erklärte.

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Vortkamp befürwortete das Konzept. Er vermisste jedoch in der Zusammenfassung einige Anträge, die seine Fraktion in den vergangenen Jahren zu diesem Thema eingereicht hatte. Beispielsweise zu einer möglichen Fahrradtiefgarage an der Königstraße. Diese Anträge sollen durch die Verwaltung nun nachgereicht und mitbearbeitet werden.

Konzept funktioniert nicht ohne Bürgerbeteiligung

Hubert Kersting (UWG) stimmte ebenfalls für ein Konzept, schränkte den Enthusiasmus aber auch ein: „Ohne die Einbindung der Bürger können wir diese Dinge nicht weiterentwickeln“, erklärte er. Die Bürgerbeteiligung müsse daher ganz klar an erster Stelle stehen. Insgesamt habe die Stadt was den Radverkehr angehe, noch enorme Luft nach oben. Schon ein Blick über die Grenze würde ja zeigen, was an Radverkehr möglich sei, wenn man nicht nur entlang der Autostraßen Radwege plane, sondern für den Radverkehr ein eigenständiges Konzept entwickle.

Der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner sieht in dem Radverkehrskonzept eine Aufgabe für viele Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte. „Das Thema brennt mir unter den Nägeln“, erklärte er. Natürlich stehe es gerade wegen der Corona-Krise nicht im Vordergrund. „Ich würde aber gern weiter mit Hochdruck daran arbeiten“, erklärte er.

Das einstimmige Votum der Ratsmitglieder für das Konzept gibt ihm dafür die nötige Freiheit.

Lesen Sie jetzt