Ahauser Gastronom organisiert „Disko auf Rädern“ für Menschen mit Behinderung

mlzCorona-Aktion

Eine mobile Disko organisiert Jochen Busch, Inhaber vom „Logo“ und „Copacabana“, aktuell für Menschen, die in Behinderten-Einrichtungen leben. Die Premiere ist komplett gelungen.

Ahaus

, 06.06.2020, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Helene Fischers Gassenhauer „Atemlos“ hallt aus den Boxen, Lichteffekte und Nebel sorgen für die passende Partystimmung. An den Fenstern und auf dem Hof singen und tanzen die Bewohner der Wohngruppe Haus Hall in Gescher. Songs von Andreas Bourani, Heinz-Rudolf Kunze und Roland Kaiser folgen. Es ist die erste von insgesamt neun Einrichtungen für behinderte Menschen, die Jochen Busch und sein Team ansteuern.

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Am Sonntagnachmittag startete der Inhaber des „Copacabana“ und „Logo“ den ersten Teil seines Projekts. Er erklärt den Hintergrund der „Disko auf Rädern“, wie Jochen Busch sie nennt: „Während der Coronakrise haben wir uns bei vielen Menschen bedankt und an sie gedacht. Menschen mit Behinderung, die in Einrichtungen wohnen, wurden aber manchmal vergessen. Sie durften keinen Besuch bekommen und waren teilweise sehr einsam.“

Idee kam Joschen Busch früh morgens

Eines morgens sei er wach geworden und habe die Idee gehabt, diesen Menschen eine Freude zu machen. „Wir organisieren normalerweise jedes Viertel Jahr eine integrative Disko, die sehr gut angenommen wird. Daher haben wir uns überlegt, die Party während dieser schweren Zeit zu den Einrichtungen zu verlegen“, so Busch.

Die Stimmung war bei allen Beteiligten bestens.

Die Stimmung war bei allen Beteiligten bestens. © privat

Durch das Logo hatte er bereits beste Kontakte zu verschiedenen DJs und holte sie schnell ins Boot. Bei der Stiftung Haus Hall rannte der Ahauser Gastronom offene Türen ein. Nur die Frage nach den Kosten sorgte zunächst für leichte Skepsis. „Für uns ist es aber eine Frage der Ehre, dass wir die Disko kostenlos anbieten. Zum einen sind es Kunden von uns, zum anderen soll es ja auch eine Geste sein.“

Positives Fazit nach dem Auftakt

Eine Geste, die ankam. „Er war schon klasse, wie begeistert darauf alle reagiert haben“, erklärt Jochen Busch nach der Premiere. Pro Einrichtung dauerte die Party zwischen 30 und 45 Minuten; dann ging es mit dem geliehenen Bulli, der Crew und dem Equipment zur nächsten Wohneinrichtung. Lydia Jost, Ehrenamtskoordinatorin bei Haus Hall, zog ein durchweg positives Fazit: „Die Stimmung bei allen Beteiligten war großartig.“

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Aufgrund der positiven Resonanz hatte sich Jochen Busch überlegt, am Samstag (6. Juni) die nächste Aktion zu starten. Mit Michael Koopmann vom „Eltern-und Freundeskreises der Menschen mit Behinderung Ahaus“ vereinbarte er – trotz des angekündigten Regens – fünf Einrichtungen in Ahaus zu besuchen. Und auch die zweite Auflage war ein voller Erfolg. Zahlreiche Musikwünsche wurden erfüllt, es wurde geschunkelt und geklatscht. Und das Wetter spielte sogar auch weitgehend mit. „Wenn die Menschen nicht zur Disko kommen können, kommt die Disko eben zu den Menschen“, lautete das Motto des Tages.

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