Björn Borgmann, Geschäftsführer von Medical Shield, will nichts riskieren und setzt bei seinen FFP2-Masken auf Qualität. Sie werden in Polen produziert und seien der Konkurrenz aus Fernost haushoch überlegen, sagt der Ahauser. © Stephan Rape
Medical Shield

Ahauser Unternehmen produziert FFP2-Masken im großen Stil – in Polen

Der Ahauser Björn Borgmann, eigentlich Geschäftsführer eines Sicherheitsunternehmens, produziert in Polen FFP2-Masken und vertreibt sie bundesweit. Die Profis vom FC Bayern tragen sie schon.

Björn Borgmann (48), Geschäftsführer der Shield-Gruppe und von Medical Shield aus Ahaus, produziert FFP2-Masken im großen Stil in Polen und vertreibt sie von Ahaus aus.

Warum der Umweg über Polen? Warum produziert er die Masken nicht direkt in Ahaus? Es sei ja kein Problem, Maschinen zu kaufen und sie in der eigenen Halle aufzustellen: „Das hätten wir machen können“, sagt Björn Borgmann. Platz genug wäre gewesen. Auch an die Maschinen zu kommen, sei kein Problem gewesen. Ganz bewusst habe er sich aber dagegen entschieden. Um die Qualität zu sichern.

Produktion in Polen wird von globalem Konzern gesteuert

In der polnischen Kleinstadt Bielany Wroclawskie, in der Nähe von Wroclaw (Breslau), befindet sich ein Werk des Hightech-Unternehmens Hi-P aus Singapur. Eine weltweit operierende Firma. „Das ist so etwas wie die Werkbank der Großkonzerne“, beschreibt es Björn Borgmann. Dort werden beispielsweise Airbags für die Automobilindustrie oder Elektroartikel hergestellt.

Mit dem FC Bayern München arbeitet das Ahauser Unternehmen Medical Shield schon zusammen: Mittelfeldspieler Leon Goretzka trägt eine der Masken, die Björn Borgmann produziert.
Mit dem FC Bayern München arbeitet das Ahauser Unternehmen Medical Shield schon zusammen: Mittelfeldspieler Leon Goretzka trägt eine der Masken, die Björn Borgmann produziert. © Tim Rehbein / Medical Shield © Tim Rehbein / Medical Shield

Und jetzt eben auch die Masken von Medical Shield. Kontakte habe er über andere Zweige seines Unternehmens bekommen – und habe dann zugeschlagen.„Für ein so großes Unternehmen ist es ja viel einfacher, die notwendigen Standards einzuhalten und die Produktionsprozesse entsprechend zu steuern“, sagt Björn Borgmann.

Auch der komplette Prozess sei zertifiziert und werde ständig überwacht. „Das könnten wir ja selbst so gar nicht. Ich hätte es mir zumindest nicht zugetraut“, erklärt er. Es gehe eben darum, auf einem sehr hohen Niveau zu produzieren.

Bis zu 24 Millionen Masken pro Monat

Aktuell können dort rund fünf Millionen Masken pro Monat produziert werden. Weitere Maschinen seien aktuell aber noch auf dem Weg nach Bielany Wroclawskie. Wenn die aufgestellt sind, soll die Kapazität auf bis zu 24 Millionen Masken pro Monat steigen. „In vier bis fünf Wochen sind wir soweit“, sagt Björn Borgmann. Langfristig will er das Angebot noch ausweiten, will mehr als nur Masken produzieren lassen. Aber so weit ist er im Moment noch nicht.

Björn Borgmann (48) produziert die FFP2-Masken in Polen und vertreibt sie von Ahaus aus. Eigentlich betreibt er ein Sicherheitsunternehmen und sorgt beispielsweise seit 2000 für den Schutz der deutschen Fußballnationalmannschaft.
Björn Borgmann (48) produziert die FFP2-Masken in Polen und vertreibt sie von Ahaus aus. Eigentlich betreibt er ein Sicherheitsunternehmen und sorgt beispielsweise seit 2000 für den Schutz der deutschen Fußballnationalmannschaft. © Stephan Rape © Stephan Rape

Klar sei für ihn, dass es nicht darum gehe, aktuell aus der Krise Gewinn zu ziehen. „Natürlich wollen wir Geld verdienen“, erklärt er. Dennoch will er nichts mit den teils astronomischen Preisen zu tun haben. „Wir bieten die Masken für einen Euro das Stück für Endverbraucher an“, sagt er. Und auch dabei könne er noch Gewinn machen. Über die Preisgestaltung, die es im Moment auf dem ganzen Markt gebe, hat er eine klare Meinung: „Das ist ganz einfach eine Frechheit.“

Als Ahauser wolle er da eben auch vor Ort helfen: Jeder, der Masken benötige, könne sie sich für einen Euro im Büro an der Industriestraße 12 abholen.

Vertrieb von Masken im großen Stil

Dabei sei das Geschäft mit Endverbrauchern in Ahaus ja nicht das eigentliche Ziel des Unternehmens. „Wir machen das im großen Maßstab“, sagt er. Beispielsweise mit Behörden, der Bundeswehr oder Fußballbundesligisten, erklärt er. Gerade arbeite er an einem Vertragsabschluss mit der Polizei in Bayern. Auch die Spieler des FC Bayern München tragen schon Masken von Medical Shield. Gespräche mit weiteren Fußball-Bundesligavereinen liefen aktuell noch.

„Wir wollen hochwertig, langfristig und nachhaltig produzieren“, erklärt er. Rund 500.000 Masken halte er in Ahaus auf Vorrat. Die Großkunden will er direkt aus Polen beliefern.

“Du bist für die Produkte, die du auf den Markt bringst verantwortlich”, sagt Björn Borgmann. Seinen Ruf und den seines Unternehmens wolle er nicht riskieren – und setzt deswegen auf europäische Produktion. © Stephan Rape © Stephan Rape

„Du bist für das Produkt verantwortlich, das du auf den Markt bringst“, sagt er. Auch deswegen sei es für ihn nie in Frage gekommen, Masken in Asien einzukaufen und hier zu vertreiben. Selbst wenn die zertifiziert seien, hat er Zweifel an der Qualität: „Kein Mensch spricht über das Material, aus dem die Masken dort gefertigt werden“, sagt er. Etwa die mögliche Belastung durch Schadstoffe, Pestizide oder Mikroplastik. Seine Masken seien dabei ein absolutes High-Tech-Produkt, das absolut unbedenklich sei.

Neues Unternehmen wurde im April 2020 gegründet

Das Unternehmen Medical Shield hat Björn Borgmann im vergangenen April gegründet. Eines unter vielen in seiner Holding. Damals sei ja schon abzusehen gewesen, dass Schutzausrüstung weltweit nachgefragt würde. Für die große Open-House-Bestellung des Bundesgesundheitsministeriums sei er allerdings zu spät gekommen. „Allein die Zertifizierung der Masken und des Produktionsprozesses hat zweieinhalb Monate gedauert“, sagt er.

Parallel hatte er Prüfstellen in Polen, Spanien und den Niederlanden beauftragt. „Am Ende waren die Polen am schnellsten“, sagt er. Auch in Spanien und den Niederlanden hätte er das Prüfsiegel allerdings erhalten. „Da waren wir auch in der finalen Phase“, erklärt er.

Mit der Prüfung geht er offen um: „Wir haben den QR-Code auf die Packung gedruckt“, sagt er. Die Prüfzertifikate seien dort hinterlegt und für jeden nachvollziehbar.

Sicherheitsunternehmen schützt die Fußballnationalmannschaft

Björn Borgmann ist eigentlich im Sicherheitssektor tätig. Mit seinem Unternehmen sorgt er beispielsweise seit 2000 für die Sicherheit der deutschen Fußballnationalmannschaft. Darüber hinaus bildet er Sicherheitskräfte aus und betreibt an der Industriestraße auch ein Fitnessstudio. „Das haben wir nur für die Öffentlichkeit geöffnet, weil die Resonanz so groß war“, sagt er. Eigentlich sei „Shield – Das Zentrum“ lediglich als Firmen- und Schulungszentrale gedacht gewesen.

Insgesamt hat er 80 Mitarbeiter. Zehn sind aktuell Vollzeit mit Medical Shield und den Schutzmasken beschäftigt.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
Zur Autorenseite
Stephan Rape

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.